…nicht nur lesen; denken im Zusammenhang

Lieber Professor; Du machst es uns als Leser nicht leicht. Warum solltest Du auch? Wenn man Kant, Hegel, Feuerbach, Marx, Engels Lenin verdauen will, gehört auch Wille und Geduld dazu. Die Erkenntnisse aber sind dann mindest ebensoviel wert wie das zweite Gehalt in einer Ehe, um frei seine Gedanken äußern zu können; wie Engels ja schon fetstellte. :-)

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Armut? Armut fällt vom Himmel. Teil III

2015-03-10 21:55 (Kommentare: 1)

Sozialhilfe Bedürftige und „Harzt IV“−Empfänger auch?

Wer weiß genau, warum ein Armer arm ist? Ich ahne es. Aber doch stelle ich die Frage: Warum ist ein Armer arm? Ich habe lange begonnen, nach einer Antwort zu suchen. Ich finde jedoch keine befriedigende Antwort. Falsch. Ich finde überhaupt keine Antwort. Diese Frage wird so nicht gestellt. Also gibt es keine Antwort. Nicht einmal im „Buch der Bücher“. Warum sind die Armen arm?

 

Nach dem „Buch der Bücher“, also nach dem Neuen Testament, sind die Christen Christenmenschen geworden zu einer Zeit der Menschheitsgeschichte, in der Ungleichheit der Menschen untereinander bereits überliefert ist. Sie haben die Armen schon vorgefunden. Die Christen sind, wie unstrittig bekannt ist, Ableger der Juden. Erklären die Juden, warum ein Armer arm ist?

 

Bei dieser Suche stolpere ich unerwartet. Das „Buch der Bücher“, das neue Testament also, setzt ja ein altes Testament voraus. Ein altes Testament gibt es aber nicht. Das von den Christenmenschen so genannte Alte Testament ist eigentlich der jüdische „Tanach“. Die Juden haben kein Testament. Das „Buch der Bücher“, das Neue Testament also, ist ein Plagiat. Der „Koran“ ist ebenfalls ein Plagiat.

 

Aber alles der Reihe nach. Die Geschichte der Menschheit ist alt. Zehntausende von Jahren. Vor ca. 6000 Jahren behauptet ein einzelner Mensch, der „Gott“, der Allmächtige, sei ihm erschienen, um ihm seine Pflichten zu „offenbaren“. Pflichten für die gesamte Menschheit. Kein anderer hat diesen allmächtigen „Gott“ gekannt. Keiner hat diesen Menschen gefragt, warum der „Gott“, der Allmächtige, sich nur ihm „offenbart“ hat.

 

Man mußte ihm glauben. Man mußte auch an seinen „Gott“, den Allmächtigen, glauben. Keiner hat ihn gefragt, warum sein allmächtiger „Gott“ sich nicht allen seiner Gemeinschaft „offenbart“ hat. Man hat ihm geglaubt. Dies ist die Geburtsstunde der „Religion“. Die Geburtsstunde der jüdischen „Religion“. Die Juden leiten aus dem Glauben an dieser Erzählung ihren Anspruch, „auserwählte“ Menschen einer Glaubensgemeinschaft zu sein. Dieser Anspruch hat die Juden gebremst, ihren Glauben zu propagieren, zu missionieren. Wenn alle an diesen Gott glauben würden, wären die Juden ja keine auserwählte Glaubensgemeinschaft mehr.

 

Dieser besondere Mensch soll vor ca. 6000 Jahren in Ägypten, im Hofe des ägyptischen „Pharao“ gelebt haben. Die Tochter des „Pharao“ soll ihn am Ufer des Nils gefunden haben, ausgesetzt nach seiner Geburt. Sie adoptiert ihn und gibt diesem, ihrem Adoptivsohn, den Namen Moses. Woher wir all dies wissen? Der Moses selbst hat es uns erzählt. Und vieles mehr. In seinen Büchern.

 

Im erwachsenen Alter verläßt er den Hof des ägyptischen „Pharao“. Er solle einen Teil der ägyptischen Sklaven in die „Freiheit“ führen. Er sei von seinem „Gott“, dem Allmächtigen“, beauftragt worden, diese bestimmten Auswahl der ägyptischen Sklaven von Ägypten in das Kanaanische Land zu führen. Es dauert vierzig Jahren. Unterwegs erfährt er die endgültige „Offenbarung“. So hat es Moses uns erzählt.

 

Unerwähnt und unerzählt bleibt der unvermeidbarer Tatbestand, daß eine solche Reise stets mit Gewalt und Verdrängung von anderen verbunden ist. Der Überlebenskampf. Wie diese Sklaven aus Ägypten, unterwegs in Richtung zum Kanaanischen Land, zu Juden mutieren und „Israeliten“ werden, hat Moses in seinen fünf Büchern überliefert. Man muß daran glauben. Für den menschlichen Verstand sind die Geschichten, wie von Moses erzählt, nicht nachvollziehbar. Noch weniger sind es die Geschichten über ihn. Aber die Juden, die von Moses befreiten ägyptischen Sklaven, haben ihm geglaubt. Dieser Glaube soll die Juden zu „auserwählten“ Menschen gemacht haben.

 

Adam und Eva, der Sündenfall, Abraham, Noah als „der zehnte Urvater nach Adam, Noahs Arche, kurz die „biblische“ Chronologie, möchte ich nicht kommentieren. Der Moses ist der einzige Erzähler dieser vielen Geschichten, Mythen und Märchen. Nach Belegen werde ich auch nicht fragen. Auch nicht, wie der Moses selbst überliefert worden ist, wie jene fünf Bücher des Moses überliefert worden sind.

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An sich ist das Ganze eine unterhaltsame regionale Stammesgeschichte, die für die übrige Menschheit an sich ohne Bedeutung ist. Aber der Moses ist nicht nur ein Geschichtenerzähler, er hat auch für sich die Gnade seines „Gottes“, die „Offenbarung“ der wahren Wahrheit reklamiert. Nachweislich mit Erfolg. Dieser Erfolg ist eine Zäsur in der Geschichte der Menschheit. Diese Zäsur markiert den Beginn des Glaubens an einen „Gott“ überhaupt. Ein „Gott“, dem man nicht begegnet, niemals. An den „Gott“ muß man glauben. Sagt der Moses. Denn der „Gott“ habe sich ihm offenbart.

 

Alle übrigen Menschen, die an diesen seinen „Gott“, den Allmächtigen, nicht glauben wollen, sind als Menschen weniger wert. Diese Zäsur markiert das Ende des Fragens, des Wissen−Wollens. Wer wissen will, ob an der „Offenbarung“ des Moses etwas Wahres dran ist, muß fortan daran glauben. Nicht durch eine Ungnade seines „Gottes“, sondern durch die gewaltsame Ungnade des gläubigen Gefolge Moses, des vom „Gott“ auserwählten besonderen Menschen, der dem „Gott“ am nächsten ist. Der „Gott“ hat sich niemande sonst offenbart.

 

Es hat den Anschein, daß sich das gläubige Gefolge Moses in der kleinen Region zwischen dem Zweistromland und Ägypten auswütet. Die Jünger von Moses wollen sich in Mitten von all jenen, vom Gott nicht−auserwählten Menschen, behaupten. Die anderen nehmen dem gläubigen Gefolge Moses diese Glaubensgeschichte nicht ab. „Kriege“ folgen. Kriege bedeuten immer Raub. Die von Moses gestiftete „Religion“ ist nie friedfertig gewesen. Eine „Religion“ kann nie friedfertig sein. Wenn man an „Gott“ glaubt, muß man Ihn in die Welt tragen. Die vom Moses geführten Juden haben das Kanaanische Land eine Zeit lang besetzt halten können. Bis die ungläubigen Römer kommen.

 

Kriege werden stets geführt von Rädelsführern und von Haudegen, von „Königen“ und deren „Gefolgschaft“. Sichtbarer Ausdruck ungleicher Verteilung der gesellschaftlich produzierten Güter. Diese Regionalgeschichte der jüdischen Stammes− und Religionsgeschichte ist angefüllt von Gewalt, Kriegen und Eroberungen. Eroberungen sind stets von Raub, Mord, Besatzung, Unterdrückung und Vertreibung begleitet. Aus der Natur der Sache heraus.

 

Im Verlaufe der Zeit, eine nachvollziehbare Chronologie ist nicht überliefert, hat der Glaube an den herrschenden Bewahrer des jüdischen „Glaubens“ gewackelt. Etwa 100 Jahre vor der „Zeitenwende“ erscheinen ungläubige Römer auf der Eroberungs−Szene und machen vieles platt, auch in dieser Region. Mit Gewalt, versteht sich. Bis zur „Zeitenwende“, markiert durch die Geburt Jesus Christus.

 

Ein Jesus von Nazaret wird von einem Teil der jüdischen Religionsgemeinschaft als „Sohn Gottes“ auf den Schild gehoben. Dieser Jesus Christus und sein Gefolge, glauben zwar an Moses als einen „Propheten“ und an seine Bücher, setzen sich aber von den übrigen Juden ab. Dieser Jesus Christus hat keine „Offenbarung“ vom „Gott“. Er benötigt keine „Offenbarung“ vom „Gott“. Weil er ja „der Sohn Gottes“ auf der Erde sein soll.

 

Dieser Vorgang der Abnabelung vom jüdischen Glauben zum christlichen Glauben in einem Umfeld von „ungläubigen“ Römern vollzieht sich mit Gewalt. Aus der Natur der Sache heraus. Gewalt hat viele Gesichter: Benachteiligung, Unterdrückung, Vergewaltigung, Raub, Mord, Ausbeutung. Dies ist die Entstehungsstunde des Christentums, begleitet mit der überlieferten Ungleichheit. Diese Glaubensgeschichte ist immer noch regional.

 

Ca. 700 Jahre nach Christus ist östlich der Entstehungsregion dieser zwei Religionen eine dritte Religion entstanden. Der Islam. Auch der Islam beruft sich auf die Bücher Moses und glaubt daran. Er erkennt den Moses und den Christus als Propheten an, wie auch den Stifter des Islams, den Mohamed, eben den spät geborenen Propheten. Auch die Stiftung und die Durchsetzung des Islams sind begleitet von Plagiaten, Gewalt, Kriegen und Eroberungen. Und, wie gesagt, die Eroberungen sind stets begleitet von Raub, Mord, Besatzung, Unterdrückung und Vertreibung. Dies haben die „Religionen“ gemeinsam.

 

Später im 19. Jahrhundert werden die „Anthropologen“ Rassen von Menschen erfinden. Nach der Anthropologie sind diese drei Religionen „semitisch“. Es steht außer Zweifel, daß die drei semitischen Religionen sich bekämpft haben, um die Herrschaft des wahren Gottes auf der Erde zu errichten. Aber für den menschlichen Verstand ist es nicht nachvollziehbar, wie Kämpfe der „Semiten“ untereinander, „antisemitisch“ sein können. Aber die „Zionistischen Juden“ im 20. Jahrhundert haben das „Semitsein“ für sich monopolisiert. Damit ist eine der wirksamsten Waffen geschmiedet gegen jede Kritik über die Untaten der Juden im Allgemeinen. Jede Kritik über die Untaten gegen den „jüdischen Staat Israel“ im Besonderen wird bis heute als „antisemtisch“, also als “rassistischer Hass“ gegen die jüdische Religionsgemeinschaft insgesamt, abgewehrt.

 

Diese Geschichte der gewaltsamen Ausbreitung der Religionen ist nicht mehr regional. Die Juden sind vergleichsweise wenige und schwach. Es ist nicht überliefert, wie viele sie gewesen sind. Eigentlich spielt „eine Zahl“ keine Rolle. Es mögen Hunderte oder Tausende gewesen sein. Heute leben ca. 14 Millionen Menschen, die sich Juden nennen. Ohne das Massaker durch europäische Christen, vertreten durch die „Nationalsozialisten“ im 20. Jahrhundert, könnten es ca. 20 oder 25 Millionen gewesen sein. Damals mögen es hunderte oder tausende Menschen gewesen sein, die sich Juden genannt haben. Eine überschaubare kleine Gemeinschaft. Seiner Zeit haben sie wenige Optionen. Die meisten retten ihr Leben. Sie fliehen. In alle Himmelrichtungen. Heute ist von einer Vertreibung die Rede. „Exodus“. Auch eine Waffe, um Mitleid und zugleich schlechtes Gewissen bei den Anderen zu erzeugen.

 

Was seither folgt sind Eroberungs –und Ausbeutungskämpfe zweier aus derselben Wurzel entstandenen „Religionen“, das Christentum und der Islam. Die Gläubigen sind der Deutung ihres „Propheten“ verpflichtet, um die Herrlichkeit ihres „Gottes“ durchzusetzen. Aus der Natur der Sache heraus. Gläubige sind nie zimperlich. Der Glaube macht die Gläubigen nicht nur scheinheilig und verlogen.

 

Sie erfinden Masken wie „Freiheitsliebe“, „Toleranz“, „Großzügigkeit“, „Friedensliebe“, „Hilfsbereitschaft“ usw., während sie täglich alle „anderen“ benachteiligen, unterdrücken, vergewaltigen, ausrauben, ausbeuten und häufig auch ermorden. Dies ist die Tücke des „Glaubens“ im Allgemeinen, umso ausschließlicher beim „Glauben an einen Gott“, den man ja nie zu fassen bekommt. Man glaubt nicht an seinen Gott, wenn dieser Gott nicht der erhabenste, der mächtigste, der weiseste wäre. Wer daran nicht glaubt und irgendetwas daran überprüfen will, genau wissen will, muß leider daran glauben. Die Gläubigen machen ihren angeborenen Denkapparat kaputt und werden blind.

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Wie schon erwähnt, der Moses bleibt das Bindeglied für die drei (semitischen) Religionen: Judentum, Christentum und Islam. Die Christen haben den Jesus Christus auf das Podest gehoben und dadurch den Abraham von dem Podest geholt, der Islam hat den Jesus Christus in die Reihe der „Propheten“ abgewertet, bzw. als einen Vorgänger vom Mohammed proklamiert, erkennt der Islam den Abraham als den Urstifter des Islam an und wartet nach Mohammed auf den „Messias“. Keiner dieser Religionsstifter, dieser Propheten, setzt sich mit dem Verhältnis zwischen Arm und Reich auseinander. Sie halten es mit ihrem allmächtigen Gott, ansonsten mit den Mächtigen. Die Mächtigen sind Garant für die Verbreitung des Glaubens.

 

Meines Wissens ist es unbestritten, daß die „biblische Geschichte“ zwei Bestandteile hat: Eine Jüdische und eine Christliche. Wie schon erwähnt, setzt das Neue Testament das Alte Testament voraus. Beide Testamente sind christliche Plagiate aus dem jüdischen „Tanach“. Der „Tanach“ hat drei Bestandteile: Die Tora (die göttlichen Gesetze), die Neviin (die Geschichten der „Propheten“) und die Ketuvim (die übrigen Glaubensgeschichten). Die Tora sind die vom Moses verfaßten fünf Bücher.

 

Als eine klein gebliebene Glaubensgemeinschaft ist es den Juden gelungen, ihren Anspruch einer auserwählten Glaubensgemeinschaft zu bewahren. Eine auserwählte Glaubensgemeinschaft missioniert nicht aggressiv. Die Juden ersinnen eine andere Strategie zum Erhalt ihrer Existenz. Ihr „Gott“ hat sie gegen die Übermacht der ungläubigen Römer nicht gerettet. Sie weichen aus. Sie „wandern“ aus, überall dort hin, wo sie eine günstigere Lebenssituation erwarten. Es versteht sich von selbst, daß nicht alle auswandern können. Die schwächeren müssen zurückbleiben. Die stärkeren, die wohlhabenderen, müssen sich in der Fremde zu behaupten lernen. In der „Wanderschaft“ geben sie sich als Verfolgte aus wegen des auserwählten Glaubens, als Vertriebene. Und sie lernen, ihre mitgebrachten, bzw. neuen angeeigneten Fähigkeiten zu vermarkten. Die eingewanderten Juden sind selten arm. Arme Juden sind die Zurückgebliebenen.

 

Die Juden vor allem wollen nicht wissen, daß eine Auswanderung keine Vertreibung ist, daß jede  „Auswanderung“ eine „Einwanderung“ zur Folge hat. Jede Einwanderung ist zugleich eine Verdrängung, bzw. Vertreibung von dort eingesessenen Menschen. Jede Verdrängung bzw. Vertreibung von eingesessenen Menschen vollzieht sich durch Anwendung von kompromissloser Gewalt. Diese Saat der Gewalt ist von Moses gesät. Diese Saat ist aufgegangen, zunächst auf einer regionalen Ebene. Der Überlieferung zu Folge in drei Sprachregionen. In hebräischen, in aramäischen und in griechischen Sprachregionen. Mehr über diese Geschichte ist in meinem Blog:

„Warum schweige ich, verschweige zu lange, was offensichtlich ist …

Die Juden, die Juden in der Geschichte, wie die Juden die Judengesehen haben wollen“

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Der „Jesus von Nazareth“, der Stifter des Christentums, propagiert „Nächstenliebe“ und „Barmherzigkeit“. Mit diesem Programm beginnen die Gläubigen von „Jesus von Nazareth“ ihren Marsch gegen den ungläubigen Westen Europas und setzen sich beharrlich durch. Warum nicht auch in andere Himmelsrichtungen? Nichts ist in diesem Zusammenhang überliefert. Ca. 400 nach Christus haben die gut organisierten Christen die Macht in Europa erobert und flächendeckend „Gotteshäuser“, Kirchen errichtet. Den Vatikan in Rom als Zentrum. Zwischendurch haben sie, dank den Römern, Teile der hellenischen Kultur plagiiert.

 

Die „Christlichen Könige“ bekriegen sich untereinander um die Vorherrschaft, um Hegemonie. Der „Nächstenliebe“ und „Barmherzigkeit“ zum Trotz. Ca. 700 Jahre nach Christus kommt der Islam. Die Siegeszüge des Islams bedrängen das Christentum. Der Islam breitet sich unaufhaltsam aus. Im 8. Jahrhundert besetzen die Muslime Teile der christlichen Iberischen−Halbinsel. Die „Mauren“ kommen von Nord−Afrika aus. Sie bringen aber auch etwas Licht des Wissens in die vom Glauben geprägte Dunkelheit in der europäischen Kultur: Die griechische Philosophie und östliche Wissenschaft, vermittelt durch die Araber. Sie verwalten das besetzte Gebiet, so die christlichen Berichter, ohne Verfolgung der Christen und der Juden.

 

Die „Befreiungsschläge“, getarnt als „Kreuzzüge“, der Christen ab dem 11. Jahrhundert, bringen ihnen kurzweilig Raubgewinne, aber keinen Gebietsgewinn. Den Christen gelingt erst 1492 endgültig die Islamische Herrschaft auf der Iberischen−Halbinsel zu beenden. Dieser Vorgang ist später als die „Reconquista“ in die Geschichte eingegangen. Alle Nicht−Christen, also auch die Juden auf der Iberischen Halbinsel, werden von siegreichen Christen vor die Wahl gestellt: Exil oder Konversion.

 

Wie viele Juden zum Christentum übertreten, ist nicht überliefert. Überliefert ist aber, daß nicht weniger als 100.000 Juden auswandern. Es versteht sich von selbst, daß die armen Juden zurückbleiben müssen. Sie haben nicht die „Ressourcen“ auszuwandern. Der größte Teil der ausgewanderten Juden läßt sich nieder im Osmanischen Reich und in Nordafrika. Dieser Tatbestand ist Bemerkenswert. Der Islam hat Juden aufgenommen. Ein kleiner Teil wandert gen Norden. In die Städte Bayonne, Bordeaux, Lovorno, auch Amsterdam, Hamburg und London. Einige auch nach „Amerika“ und nach Indien.

 

Erfüllt dieser Vorgang den Tatbestand der „Verfolgung“ oder eine „Vertreibung“ der Juden durch die Christen? Wenn dies so wäre, ist dies die allererste geschichtlich überlieferte „Vertreibung“ der Juden. Die „Vertreibung der Juden“ ist eine zionistische Erfindung im 19. Jahrhundert, eingesetzt als ein wirksames Kampfmittel um jüdische Sonderinteressen durchzusetzen. Deshalb nehmen die Juden nicht zur Kenntnis, daß jede „Auswanderung“ eine „Einwanderung“ zur Folge hat. Jede Einwanderung ist zugleich eine Verdrängung bzw. Vertreibung von eingesessenen Menschen. Jede Verdrängung bzw. Vertreibung von eingesessenen Menschen. Dies vollzieht sich durch Anwendung von kompromissloser Gewalt. Die Juden haben stets andere Menschen aus deren gesellschaftlichen Existenz vertrieben.

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Warum sind die Armen arm? In den „Büchern“ der drei Religionen ist keine Antwort auf diese Frage zu finden. Es scheint so, daß es „Arme“ schon immer gegeben haben soll, wie Luft oder Wasser. Nur die Luft und das Wasser auf der Erde sind konstant. Es ist aber gewiß so, daß in der neueren Zeit die „Armut“ ein unleugbares wachsendes Problem geworden ist. Die absolute und die relative Zahl der Armen wachsen. Weltweit. Die absolute Zahl der Reichen wächst auch. Wenn auch die realtive Zahl sinkt. Weltweit.

 

Ich stelle seit geraumer Zeit diese Frage und finde keine Antworten. In dem Buch „Soziale Arbeit. Beispiel Obdachlose. Eine kritische Analyse,Verlag: Kiepenheuer & Witsch 1972“ habe ich die Fragen erörtert: Was könnten, was würden die Christenmenschen in einem gesellschaftlichen Umfeld tun, in dem es keine Armut, keine Not gibt? Wie könnten sie ihre Christliche Identität finden, bewahren und immer erneut unter Beweis stellen? Wie könnten sie in einem solchen gesellschaftlichen Umfeld ihre Barmherzigkeit und Ihre Nächstenliebe zur Schau stellen? Werden sie aufhören Christenmenschen zu sein, weil kein Bedarf in der Gesellschaft nach „Barmherzigkeit“ und nach „Nächstenliebe“ gegeben ist? Was sollen die Christenmenschen dann tun, um Christenmenschen zu sein? Ich lasse die Fragen unbeantwortet stehen.

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Unsere Zeit wird geprägt durch die Kultur der europäischen Christen. Weltweit. Begonnen hat die Ausbreitung dieser Kultur im 15. Jahrhundert. Dies ist eine zweite Zäsur in der Geschichte der Menschheit. In dieser Geschichte suche ich Antworten auf meine Frage: Warum sind die Armen arm?

 

Im Jahre 1455 segnet Papst Nikolaus V dem portugiesischen König Afonso V ab, Streifzüge zu unternehmen in fremden Gebieten gegen Muslime und gegen „Heiden“ über “Cape Bojador” und in weiter südlicheren reichen Ländern mit dem Ziel der „Eroberung“. Der Papst sanktioniert seinen Segen mit der päpstlichen Bulle “Romanus Pontifex”. Allerdings mit einer Einschränkung. König Afonso V von Portugal sollte dabei eine imaginäre Linie respektieren, die sich vom Arktis Pol aus dem Norden zum Antarktis Pol in den Süden erstreckte. Westlich von dieser Linie sollte die Domäne des spanischen Königs bleiben. Diese Teilung der nicht-europäischen Welt bestätigt Jahre später Papst Alexander VI durch die päpstliche Bulle “Inter caetera” in 1493.

 

Diese päpstlichen Bullen sind die erste globale Kriegserklärung der europäischen Christen gegen die übrige Menschheit, die den Namen „Welt Krieg“ verdient. So bekommen die Könige von Portugal und Spanien die Lizenz des Vatikans, alle möglichen fremden Länder anzugreifen, zu erobern und zu annektieren, aber nicht mehr gegeneinander zu kämpfen. Diese Vereinbarung wird auch im “Vertrag von Tordesillas” festgehalten. Dieser Krieg ist zu Beginn durch zwei “Leuchttürme” markiert: Christoph Kolumbus und Vasco da Gama.