Hamburg; Teddy und die Linke


zuvor hier ein Auszug von Thies Gleiss  auf “Scharf Links”


DIE LINKE ist die eigentliche Wahlsiegerin mit einem Plus von 2,1 Prozent. Sie hat gut 10.000 Stimmen gegenüber der letzten Wahl hinzugewonnen – obwohl die Aussagekraft von absoluten Stimmen beim Hamburger Wahlsystem etwas relativiert wird. Die LINKE in Hamburg hat ebenso wie in anderen Landesverbänden starke Tendenzen, die parlamen- tarische Arbeit auf allen Ebenen zu wichtig zu nehmen, und die jeweiligen Vertreter darin nehmen sich zu wichtig. Aber – mit dem Vorteil eines Stadtstaates ausgestattet – war die LINKE in allen sozialen Protestbewegungen präsent:
Für die Flüchtlinge und deren Lampedusa-Solidaritätsbewegung; gegen die Bürgerre- chtseinschränkungen und die Gefahrengebiete; für die Mieter und die Bewegung „Recht auf Stadt“; gegen die Energiepolitik des Senates und für den fahrscheinlosen Nahver- kehr; in der Bewegung für eine Gemeinschaftsschule und in den betrieblichen und ge- werkschaftlichen Kämpfen, mit dem Streik bei Neupack an der Spitze.
Wer in Hamburg eine solche Politik macht, der ist fast automatisch Opposition und ener- gischer Gegner von Olaf Scholz und seiner SPD. Für die Glaubwürdigkeit und innere Ruhe der Partei ist dies sicherlich ein großer Vorteil. Insofern wurde die LINKE in Hamburg für ihre konsequente Haltung auch bei den Wahlen belohnt.
Es kommt jetzt darauf an, aus diesem Vertrauensvorschuss etwas zu machen und noch mehr zu einer bewegungsorientierten, sozialistischen Mitgliederpartei zu werden.


Ich sehe es als erfeulich an. Ist dies nicht ein Beweis dafür, dass es mit klarem Oppositionsanspruch besser geht, die Menschen eure solidarische verbunden fühlen? Man könnte nun sagen; weiter so. -mit Nichten- Gerne würde ich den Hamburgern entgegen, dass es für die Auseinandersetzung mit denen da Oben ruhig noch etwas direkter  geht. Ihr wisst, dass ihr sozusagen “Ernst Thälmanns” Erben seid. Ihr werdet Euch seines Erbes nicht schämen müssen? Sollte dieser oder jener so fühlen mag er mich gerne mal ausfragen oder auch andere. Eine Linke hat dann Erfolg, wenn sie sich ihres revolutionären Erbes der Klassenkämpfe des Proletariats von Gestern und Heute bewußt bleibt und enge solidarische Verbundenheit zwischen Kommunisten und Sozialisten pflegt. Tut sie das nicht, wird auch sie scheitern; wenn nicht heute; dann morgen. Der gegenwärtige Drang nach “Regierungsmacht” bei Teilen der Linken wird ihr die Lehren der Geschichte verdeutlichen.