…nicht nur lesen; denken im Zusammenhang

Lieber Professor; Du machst es uns als Leser nicht leicht. Warum solltest Du auch? Wenn man Kant, Hegel, Feuerbach, Marx, Engels Lenin verdauen will, gehört auch Wille und Geduld dazu. Die Erkenntnisse aber sind dann mindest ebensoviel wert wie das zweite Gehalt in einer Ehe, um frei seine Gedanken äußern zu können; wie Engels ja schon fetstellte. :-)

Danke für Deine Erlaubnis, den Beitrag voll übernehmen zu können.

Armut? Armut fällt vom Himmel. Teil III

2015-03-10 21:55 (Kommentare: 1)

Sozialhilfe Bedürftige und „Harzt IV“−Empfänger auch?

Wer weiß genau, warum ein Armer arm ist? Ich ahne es. Aber doch stelle ich die Frage: Warum ist ein Armer arm? Ich habe lange begonnen, nach einer Antwort zu suchen. Ich finde jedoch keine befriedigende Antwort. Falsch. Ich finde überhaupt keine Antwort. Diese Frage wird so nicht gestellt. Also gibt es keine Antwort. Nicht einmal im „Buch der Bücher“. Warum sind die Armen arm?

 

Nach dem „Buch der Bücher“, also nach dem Neuen Testament, sind die Christen Christenmenschen geworden zu einer Zeit der Menschheitsgeschichte, in der Ungleichheit der Menschen untereinander bereits überliefert ist. Sie haben die Armen schon vorgefunden. Die Christen sind, wie unstrittig bekannt ist, Ableger der Juden. Erklären die Juden, warum ein Armer arm ist?

 

Bei dieser Suche stolpere ich unerwartet. Das „Buch der Bücher“, das neue Testament also, setzt ja ein altes Testament voraus. Ein altes Testament gibt es aber nicht. Das von den Christenmenschen so genannte Alte Testament ist eigentlich der jüdische „Tanach“. Die Juden haben kein Testament. Das „Buch der Bücher“, das Neue Testament also, ist ein Plagiat. Der „Koran“ ist ebenfalls ein Plagiat.

 

Aber alles der Reihe nach. Die Geschichte der Menschheit ist alt. Zehntausende von Jahren. Vor ca. 6000 Jahren behauptet ein einzelner Mensch, der „Gott“, der Allmächtige, sei ihm erschienen, um ihm seine Pflichten zu „offenbaren“. Pflichten für die gesamte Menschheit. Kein anderer hat diesen allmächtigen „Gott“ gekannt. Keiner hat diesen Menschen gefragt, warum der „Gott“, der Allmächtige, sich nur ihm „offenbart“ hat.

 

Man mußte ihm glauben. Man mußte auch an seinen „Gott“, den Allmächtigen, glauben. Keiner hat ihn gefragt, warum sein allmächtiger „Gott“ sich nicht allen seiner Gemeinschaft „offenbart“ hat. Man hat ihm geglaubt. Dies ist die Geburtsstunde der „Religion“. Die Geburtsstunde der jüdischen „Religion“. Die Juden leiten aus dem Glauben an dieser Erzählung ihren Anspruch, „auserwählte“ Menschen einer Glaubensgemeinschaft zu sein. Dieser Anspruch hat die Juden gebremst, ihren Glauben zu propagieren, zu missionieren. Wenn alle an diesen Gott glauben würden, wären die Juden ja keine auserwählte Glaubensgemeinschaft mehr.

 

Dieser besondere Mensch soll vor ca. 6000 Jahren in Ägypten, im Hofe des ägyptischen „Pharao“ gelebt haben. Die Tochter des „Pharao“ soll ihn am Ufer des Nils gefunden haben, ausgesetzt nach seiner Geburt. Sie adoptiert ihn und gibt diesem, ihrem Adoptivsohn, den Namen Moses. Woher wir all dies wissen? Der Moses selbst hat es uns erzählt. Und vieles mehr. In seinen Büchern.

 

Im erwachsenen Alter verläßt er den Hof des ägyptischen „Pharao“. Er solle einen Teil der ägyptischen Sklaven in die „Freiheit“ führen. Er sei von seinem „Gott“, dem Allmächtigen“, beauftragt worden, diese bestimmten Auswahl der ägyptischen Sklaven von Ägypten in das Kanaanische Land zu führen. Es dauert vierzig Jahren. Unterwegs erfährt er die endgültige „Offenbarung“. So hat es Moses uns erzählt.

 

Unerwähnt und unerzählt bleibt der unvermeidbarer Tatbestand, daß eine solche Reise stets mit Gewalt und Verdrängung von anderen verbunden ist. Der Überlebenskampf. Wie diese Sklaven aus Ägypten, unterwegs in Richtung zum Kanaanischen Land, zu Juden mutieren und „Israeliten“ werden, hat Moses in seinen fünf Büchern überliefert. Man muß daran glauben. Für den menschlichen Verstand sind die Geschichten, wie von Moses erzählt, nicht nachvollziehbar. Noch weniger sind es die Geschichten über ihn. Aber die Juden, die von Moses befreiten ägyptischen Sklaven, haben ihm geglaubt. Dieser Glaube soll die Juden zu „auserwählten“ Menschen gemacht haben.

 

Adam und Eva, der Sündenfall, Abraham, Noah als „der zehnte Urvater nach Adam, Noahs Arche, kurz die „biblische“ Chronologie, möchte ich nicht kommentieren. Der Moses ist der einzige Erzähler dieser vielen Geschichten, Mythen und Märchen. Nach Belegen werde ich auch nicht fragen. Auch nicht, wie der Moses selbst überliefert worden ist, wie jene fünf Bücher des Moses überliefert worden sind.

*****

 

An sich ist das Ganze eine unterhaltsame regionale Stammesgeschichte, die für die übrige Menschheit an sich ohne Bedeutung ist. Aber der Moses ist nicht nur ein Geschichtenerzähler, er hat auch für sich die Gnade seines „Gottes“, die „Offenbarung“ der wahren Wahrheit reklamiert. Nachweislich mit Erfolg. Dieser Erfolg ist eine Zäsur in der Geschichte der Menschheit. Diese Zäsur markiert den Beginn des Glaubens an einen „Gott“ überhaupt. Ein „Gott“, dem man nicht begegnet, niemals. An den „Gott“ muß man glauben. Sagt der Moses. Denn der „Gott“ habe sich ihm offenbart.

 

Alle übrigen Menschen, die an diesen seinen „Gott“, den Allmächtigen, nicht glauben wollen, sind als Menschen weniger wert. Diese Zäsur markiert das Ende des Fragens, des Wissen−Wollens. Wer wissen will, ob an der „Offenbarung“ des Moses etwas Wahres dran ist, muß fortan daran glauben. Nicht durch eine Ungnade seines „Gottes“, sondern durch die gewaltsame Ungnade des gläubigen Gefolge Moses, des vom „Gott“ auserwählten besonderen Menschen, der dem „Gott“ am nächsten ist. Der „Gott“ hat sich niemande sonst offenbart.

 

Es hat den Anschein, daß sich das gläubige Gefolge Moses in der kleinen Region zwischen dem Zweistromland und Ägypten auswütet. Die Jünger von Moses wollen sich in Mitten von all jenen, vom Gott nicht−auserwählten Menschen, behaupten. Die anderen nehmen dem gläubigen Gefolge Moses diese Glaubensgeschichte nicht ab. „Kriege“ folgen. Kriege bedeuten immer Raub. Die von Moses gestiftete „Religion“ ist nie friedfertig gewesen. Eine „Religion“ kann nie friedfertig sein. Wenn man an „Gott“ glaubt, muß man Ihn in die Welt tragen. Die vom Moses geführten Juden haben das Kanaanische Land eine Zeit lang besetzt halten können. Bis die ungläubigen Römer kommen.

 

Kriege werden stets geführt von Rädelsführern und von Haudegen, von „Königen“ und deren „Gefolgschaft“. Sichtbarer Ausdruck ungleicher Verteilung der gesellschaftlich produzierten Güter. Diese Regionalgeschichte der jüdischen Stammes− und Religionsgeschichte ist angefüllt von Gewalt, Kriegen und Eroberungen. Eroberungen sind stets von Raub, Mord, Besatzung, Unterdrückung und Vertreibung begleitet. Aus der Natur der Sache heraus.

 

Im Verlaufe der Zeit, eine nachvollziehbare Chronologie ist nicht überliefert, hat der Glaube an den herrschenden Bewahrer des jüdischen „Glaubens“ gewackelt. Etwa 100 Jahre vor der „Zeitenwende“ erscheinen ungläubige Römer auf der Eroberungs−Szene und machen vieles platt, auch in dieser Region. Mit Gewalt, versteht sich. Bis zur „Zeitenwende“, markiert durch die Geburt Jesus Christus.

 

Ein Jesus von Nazaret wird von einem Teil der jüdischen Religionsgemeinschaft als „Sohn Gottes“ auf den Schild gehoben. Dieser Jesus Christus und sein Gefolge, glauben zwar an Moses als einen „Propheten“ und an seine Bücher, setzen sich aber von den übrigen Juden ab. Dieser Jesus Christus hat keine „Offenbarung“ vom „Gott“. Er benötigt keine „Offenbarung“ vom „Gott“. Weil er ja „der Sohn Gottes“ auf der Erde sein soll.

 

Dieser Vorgang der Abnabelung vom jüdischen Glauben zum christlichen Glauben in einem Umfeld von „ungläubigen“ Römern vollzieht sich mit Gewalt. Aus der Natur der Sache heraus. Gewalt hat viele Gesichter: Benachteiligung, Unterdrückung, Vergewaltigung, Raub, Mord, Ausbeutung. Dies ist die Entstehungsstunde des Christentums, begleitet mit der überlieferten Ungleichheit. Diese Glaubensgeschichte ist immer noch regional.

 

Ca. 700 Jahre nach Christus ist östlich der Entstehungsregion dieser zwei Religionen eine dritte Religion entstanden. Der Islam. Auch der Islam beruft sich auf die Bücher Moses und glaubt daran. Er erkennt den Moses und den Christus als Propheten an, wie auch den Stifter des Islams, den Mohamed, eben den spät geborenen Propheten. Auch die Stiftung und die Durchsetzung des Islams sind begleitet von Plagiaten, Gewalt, Kriegen und Eroberungen. Und, wie gesagt, die Eroberungen sind stets begleitet von Raub, Mord, Besatzung, Unterdrückung und Vertreibung. Dies haben die „Religionen“ gemeinsam.

 

Später im 19. Jahrhundert werden die „Anthropologen“ Rassen von Menschen erfinden. Nach der Anthropologie sind diese drei Religionen „semitisch“. Es steht außer Zweifel, daß die drei semitischen Religionen sich bekämpft haben, um die Herrschaft des wahren Gottes auf der Erde zu errichten. Aber für den menschlichen Verstand ist es nicht nachvollziehbar, wie Kämpfe der „Semiten“ untereinander, „antisemitisch“ sein können. Aber die „Zionistischen Juden“ im 20. Jahrhundert haben das „Semitsein“ für sich monopolisiert. Damit ist eine der wirksamsten Waffen geschmiedet gegen jede Kritik über die Untaten der Juden im Allgemeinen. Jede Kritik über die Untaten gegen den „jüdischen Staat Israel“ im Besonderen wird bis heute als „antisemtisch“, also als “rassistischer Hass“ gegen die jüdische Religionsgemeinschaft insgesamt, abgewehrt.

 

Diese Geschichte der gewaltsamen Ausbreitung der Religionen ist nicht mehr regional. Die Juden sind vergleichsweise wenige und schwach. Es ist nicht überliefert, wie viele sie gewesen sind. Eigentlich spielt „eine Zahl“ keine Rolle. Es mögen Hunderte oder Tausende gewesen sein. Heute leben ca. 14 Millionen Menschen, die sich Juden nennen. Ohne das Massaker durch europäische Christen, vertreten durch die „Nationalsozialisten“ im 20. Jahrhundert, könnten es ca. 20 oder 25 Millionen gewesen sein. Damals mögen es hunderte oder tausende Menschen gewesen sein, die sich Juden genannt haben. Eine überschaubare kleine Gemeinschaft. Seiner Zeit haben sie wenige Optionen. Die meisten retten ihr Leben. Sie fliehen. In alle Himmelrichtungen. Heute ist von einer Vertreibung die Rede. „Exodus“. Auch eine Waffe, um Mitleid und zugleich schlechtes Gewissen bei den Anderen zu erzeugen.

 

Was seither folgt sind Eroberungs –und Ausbeutungskämpfe zweier aus derselben Wurzel entstandenen „Religionen“, das Christentum und der Islam. Die Gläubigen sind der Deutung ihres „Propheten“ verpflichtet, um die Herrlichkeit ihres „Gottes“ durchzusetzen. Aus der Natur der Sache heraus. Gläubige sind nie zimperlich. Der Glaube macht die Gläubigen nicht nur scheinheilig und verlogen.

 

Sie erfinden Masken wie „Freiheitsliebe“, „Toleranz“, „Großzügigkeit“, „Friedensliebe“, „Hilfsbereitschaft“ usw., während sie täglich alle „anderen“ benachteiligen, unterdrücken, vergewaltigen, ausrauben, ausbeuten und häufig auch ermorden. Dies ist die Tücke des „Glaubens“ im Allgemeinen, umso ausschließlicher beim „Glauben an einen Gott“, den man ja nie zu fassen bekommt. Man glaubt nicht an seinen Gott, wenn dieser Gott nicht der erhabenste, der mächtigste, der weiseste wäre. Wer daran nicht glaubt und irgendetwas daran überprüfen will, genau wissen will, muß leider daran glauben. Die Gläubigen machen ihren angeborenen Denkapparat kaputt und werden blind.

*****

 

Wie schon erwähnt, der Moses bleibt das Bindeglied für die drei (semitischen) Religionen: Judentum, Christentum und Islam. Die Christen haben den Jesus Christus auf das Podest gehoben und dadurch den Abraham von dem Podest geholt, der Islam hat den Jesus Christus in die Reihe der „Propheten“ abgewertet, bzw. als einen Vorgänger vom Mohammed proklamiert, erkennt der Islam den Abraham als den Urstifter des Islam an und wartet nach Mohammed auf den „Messias“. Keiner dieser Religionsstifter, dieser Propheten, setzt sich mit dem Verhältnis zwischen Arm und Reich auseinander. Sie halten es mit ihrem allmächtigen Gott, ansonsten mit den Mächtigen. Die Mächtigen sind Garant für die Verbreitung des Glaubens.

 

Meines Wissens ist es unbestritten, daß die „biblische Geschichte“ zwei Bestandteile hat: Eine Jüdische und eine Christliche. Wie schon erwähnt, setzt das Neue Testament das Alte Testament voraus. Beide Testamente sind christliche Plagiate aus dem jüdischen „Tanach“. Der „Tanach“ hat drei Bestandteile: Die Tora (die göttlichen Gesetze), die Neviin (die Geschichten der „Propheten“) und die Ketuvim (die übrigen Glaubensgeschichten). Die Tora sind die vom Moses verfaßten fünf Bücher.

 

Als eine klein gebliebene Glaubensgemeinschaft ist es den Juden gelungen, ihren Anspruch einer auserwählten Glaubensgemeinschaft zu bewahren. Eine auserwählte Glaubensgemeinschaft missioniert nicht aggressiv. Die Juden ersinnen eine andere Strategie zum Erhalt ihrer Existenz. Ihr „Gott“ hat sie gegen die Übermacht der ungläubigen Römer nicht gerettet. Sie weichen aus. Sie „wandern“ aus, überall dort hin, wo sie eine günstigere Lebenssituation erwarten. Es versteht sich von selbst, daß nicht alle auswandern können. Die schwächeren müssen zurückbleiben. Die stärkeren, die wohlhabenderen, müssen sich in der Fremde zu behaupten lernen. In der „Wanderschaft“ geben sie sich als Verfolgte aus wegen des auserwählten Glaubens, als Vertriebene. Und sie lernen, ihre mitgebrachten, bzw. neuen angeeigneten Fähigkeiten zu vermarkten. Die eingewanderten Juden sind selten arm. Arme Juden sind die Zurückgebliebenen.

 

Die Juden vor allem wollen nicht wissen, daß eine Auswanderung keine Vertreibung ist, daß jede  „Auswanderung“ eine „Einwanderung“ zur Folge hat. Jede Einwanderung ist zugleich eine Verdrängung, bzw. Vertreibung von dort eingesessenen Menschen. Jede Verdrängung bzw. Vertreibung von eingesessenen Menschen vollzieht sich durch Anwendung von kompromissloser Gewalt. Diese Saat der Gewalt ist von Moses gesät. Diese Saat ist aufgegangen, zunächst auf einer regionalen Ebene. Der Überlieferung zu Folge in drei Sprachregionen. In hebräischen, in aramäischen und in griechischen Sprachregionen. Mehr über diese Geschichte ist in meinem Blog:

„Warum schweige ich, verschweige zu lange, was offensichtlich ist …

Die Juden, die Juden in der Geschichte, wie die Juden die Judengesehen haben wollen“

*****

 

Der „Jesus von Nazareth“, der Stifter des Christentums, propagiert „Nächstenliebe“ und „Barmherzigkeit“. Mit diesem Programm beginnen die Gläubigen von „Jesus von Nazareth“ ihren Marsch gegen den ungläubigen Westen Europas und setzen sich beharrlich durch. Warum nicht auch in andere Himmelsrichtungen? Nichts ist in diesem Zusammenhang überliefert. Ca. 400 nach Christus haben die gut organisierten Christen die Macht in Europa erobert und flächendeckend „Gotteshäuser“, Kirchen errichtet. Den Vatikan in Rom als Zentrum. Zwischendurch haben sie, dank den Römern, Teile der hellenischen Kultur plagiiert.

 

Die „Christlichen Könige“ bekriegen sich untereinander um die Vorherrschaft, um Hegemonie. Der „Nächstenliebe“ und „Barmherzigkeit“ zum Trotz. Ca. 700 Jahre nach Christus kommt der Islam. Die Siegeszüge des Islams bedrängen das Christentum. Der Islam breitet sich unaufhaltsam aus. Im 8. Jahrhundert besetzen die Muslime Teile der christlichen Iberischen−Halbinsel. Die „Mauren“ kommen von Nord−Afrika aus. Sie bringen aber auch etwas Licht des Wissens in die vom Glauben geprägte Dunkelheit in der europäischen Kultur: Die griechische Philosophie und östliche Wissenschaft, vermittelt durch die Araber. Sie verwalten das besetzte Gebiet, so die christlichen Berichter, ohne Verfolgung der Christen und der Juden.

 

Die „Befreiungsschläge“, getarnt als „Kreuzzüge“, der Christen ab dem 11. Jahrhundert, bringen ihnen kurzweilig Raubgewinne, aber keinen Gebietsgewinn. Den Christen gelingt erst 1492 endgültig die Islamische Herrschaft auf der Iberischen−Halbinsel zu beenden. Dieser Vorgang ist später als die „Reconquista“ in die Geschichte eingegangen. Alle Nicht−Christen, also auch die Juden auf der Iberischen Halbinsel, werden von siegreichen Christen vor die Wahl gestellt: Exil oder Konversion.

 

Wie viele Juden zum Christentum übertreten, ist nicht überliefert. Überliefert ist aber, daß nicht weniger als 100.000 Juden auswandern. Es versteht sich von selbst, daß die armen Juden zurückbleiben müssen. Sie haben nicht die „Ressourcen“ auszuwandern. Der größte Teil der ausgewanderten Juden läßt sich nieder im Osmanischen Reich und in Nordafrika. Dieser Tatbestand ist Bemerkenswert. Der Islam hat Juden aufgenommen. Ein kleiner Teil wandert gen Norden. In die Städte Bayonne, Bordeaux, Lovorno, auch Amsterdam, Hamburg und London. Einige auch nach „Amerika“ und nach Indien.

 

Erfüllt dieser Vorgang den Tatbestand der „Verfolgung“ oder eine „Vertreibung“ der Juden durch die Christen? Wenn dies so wäre, ist dies die allererste geschichtlich überlieferte „Vertreibung“ der Juden. Die „Vertreibung der Juden“ ist eine zionistische Erfindung im 19. Jahrhundert, eingesetzt als ein wirksames Kampfmittel um jüdische Sonderinteressen durchzusetzen. Deshalb nehmen die Juden nicht zur Kenntnis, daß jede „Auswanderung“ eine „Einwanderung“ zur Folge hat. Jede Einwanderung ist zugleich eine Verdrängung bzw. Vertreibung von eingesessenen Menschen. Jede Verdrängung bzw. Vertreibung von eingesessenen Menschen. Dies vollzieht sich durch Anwendung von kompromissloser Gewalt. Die Juden haben stets andere Menschen aus deren gesellschaftlichen Existenz vertrieben.

*****

 

Warum sind die Armen arm? In den „Büchern“ der drei Religionen ist keine Antwort auf diese Frage zu finden. Es scheint so, daß es „Arme“ schon immer gegeben haben soll, wie Luft oder Wasser. Nur die Luft und das Wasser auf der Erde sind konstant. Es ist aber gewiß so, daß in der neueren Zeit die „Armut“ ein unleugbares wachsendes Problem geworden ist. Die absolute und die relative Zahl der Armen wachsen. Weltweit. Die absolute Zahl der Reichen wächst auch. Wenn auch die realtive Zahl sinkt. Weltweit.

 

Ich stelle seit geraumer Zeit diese Frage und finde keine Antworten. In dem Buch „Soziale Arbeit. Beispiel Obdachlose. Eine kritische Analyse,Verlag: Kiepenheuer & Witsch 1972“ habe ich die Fragen erörtert: Was könnten, was würden die Christenmenschen in einem gesellschaftlichen Umfeld tun, in dem es keine Armut, keine Not gibt? Wie könnten sie ihre Christliche Identität finden, bewahren und immer erneut unter Beweis stellen? Wie könnten sie in einem solchen gesellschaftlichen Umfeld ihre Barmherzigkeit und Ihre Nächstenliebe zur Schau stellen? Werden sie aufhören Christenmenschen zu sein, weil kein Bedarf in der Gesellschaft nach „Barmherzigkeit“ und nach „Nächstenliebe“ gegeben ist? Was sollen die Christenmenschen dann tun, um Christenmenschen zu sein? Ich lasse die Fragen unbeantwortet stehen.

*****

 

Unsere Zeit wird geprägt durch die Kultur der europäischen Christen. Weltweit. Begonnen hat die Ausbreitung dieser Kultur im 15. Jahrhundert. Dies ist eine zweite Zäsur in der Geschichte der Menschheit. In dieser Geschichte suche ich Antworten auf meine Frage: Warum sind die Armen arm?

 

Im Jahre 1455 segnet Papst Nikolaus V dem portugiesischen König Afonso V ab, Streifzüge zu unternehmen in fremden Gebieten gegen Muslime und gegen „Heiden“ über “Cape Bojador” und in weiter südlicheren reichen Ländern mit dem Ziel der „Eroberung“. Der Papst sanktioniert seinen Segen mit der päpstlichen Bulle “Romanus Pontifex”. Allerdings mit einer Einschränkung. König Afonso V von Portugal sollte dabei eine imaginäre Linie respektieren, die sich vom Arktis Pol aus dem Norden zum Antarktis Pol in den Süden erstreckte. Westlich von dieser Linie sollte die Domäne des spanischen Königs bleiben. Diese Teilung der nicht-europäischen Welt bestätigt Jahre später Papst Alexander VI durch die päpstliche Bulle “Inter caetera” in 1493.

 

Diese päpstlichen Bullen sind die erste globale Kriegserklärung der europäischen Christen gegen die übrige Menschheit, die den Namen „Welt Krieg“ verdient. So bekommen die Könige von Portugal und Spanien die Lizenz des Vatikans, alle möglichen fremden Länder anzugreifen, zu erobern und zu annektieren, aber nicht mehr gegeneinander zu kämpfen. Diese Vereinbarung wird auch im “Vertrag von Tordesillas” festgehalten. Dieser Krieg ist zu Beginn durch zwei “Leuchttürme” markiert: Christoph Kolumbus und Vasco da Gama.

Ach; ist der Imperialismus so niedlich.

Der Beitrag hat schon was für sich. Man darf beruhigt die Partei als solches fragen, wofür sie steht. So richtig wissen es so manche Mitglieder schon lange nicht mehr. Ist es die anerzogene Parteidisziplin, welche ihnen als letztes Erbe der SED und alter DKP geblieben zu sein scheint. Dann wird es Zeit. Wie sagt man bei manchem Thema; es sei um die Zwölfe herum? Wenn es nicht doch vollends zu spät ist. Getrost darf man ihnen nachsagen, dass so mancher braver P-Soldat auch mein Erbe zum Fußball der Geschichte erklärt.

Und nun fängt man an sich zu wundern? Wie schon bemerkt; gut dass die DKP  lernfähig sich den heutigen Klassenkämpfen stellt!

Hier aber der Beitrag aus “www.scharf-links.de”

DIE LINKE – Karneval und Optimismus des Willens


Bildmontage: HF

17.05.15
LinksparteidebatteLinksparteidebatte, Debatte, Sozialismusdebatte 
 

Eine stinknormale (systemkonforme) bürgerliche Reformpartei

Von Reinhold Schramm

»Kluge Ideen hat die Linke schon. Aber warum schafft sie es partout nicht, Mut zum gesellschaftlichen Aufbruch vermitteln? {…} Es gibt bereits heute weniger Patriarchat, konstatieren Kipping und Riexinger.«

Vgl. Freitag, Meinungsmedium *

Kommentar:

DIE LINKE ist eine stinknormale, pro kapitalistische und bürgerliche Reformpartei.

• Mit dem Verbot der KPD, 1956, wurde die marxistische Partei der werktätigen Bevölkerungsmehrheit im westdeutschen Parlament nachhaltig liquidiert.

• Die SPD-Spezialdemokraten, – der westdeutschen Bourgeoisie und deren Staatsschutz –, sorgten für deren Verdrängung aus den (SPD geführten) DGB-Gewerkschaften und (BDI-BDA-) Großbetrieben.

• Mitarbeiter der Westalliierten, des westdeutsch-westberliner VS-Staatsschutz und des westdeutschen Ministeriums für Gesamtdeutsche Fragen, sorgten erfolgreich für die ideologische und politische Isolierung der SEW in Westberlin, — im Zusammenhang mit der antikommunistischen und gesellschaftspolitischen Wende in Ostdeutschland [– zunehmend gegen Mitte-Ende der 1970er und zu Beginn der 1980er Jahre, nicht durch die Bürgerbewegung, sondern innerhalb der SED].

• Die historische Selbstauflösung der SED, die opportunistisch-karrieristische Gier nach Beamtenposten, westliche Lohn- und Gehalts-, Renten- und Pensionsansprüchen, – und gesellschaftspolitische Sozialdemokratie, ist heute allgemein in Ostdeutschland und Westdeutschland (?) bekannt.

Der (heute gesamtdeutsche) staatsmonopolistische Beamtenstaat, die Administration der Wirtschafts-, Finanz- und Monopolverbände, sie haben gemeinsam jede antikapitalistische Arbeiter- und Emanzipationsbewegung, – zusammen mit ihren bürgerlichen Parteien: SPD/DGB, CDU-CSU/FDP und BündnisGrün –, in Deutschland beseitigt.

Merke: Die verbliebene spätbürgerliche LINKE ist heute ein Teil der sozialdemokratisch-parlamentarischen Reformbewegung in Deutschland. Eine Überwindung der Macht der Finanz- und Monopolbourgeoisie in Deutschland und EU-Europa ist nicht beabsichtigt; allenfalls die Verschönerung durch Fassadenmalerei.

Noch gibt es keine Industrie- und Großspenden. Vielleicht müsste der Quandtsche Staatsschutz- und Bundespräsident hierfür (s)ein Wort einlegen?

[– unvollständige (historische) Bemerkungen]

* Vgl.: Der Freitag, Meinungsmedium, Ausgabe 1815, 13.05.2015. Das kommende Vergnügen. Perspektive. Kluge Ideen hat die Linke schon. Von Michael Jäger, Redakteur des Freitag.

»Mit ihrem Zukunftsmanifest schlagen Kipping und Riexinger eine neue Tonlage an, die sogar der taz gefällt und ihr einen freundlichen Bericht entlockt: „Hartz IV, liebstes Feindbild und Gründungsmythos der Partei zugleich, erwähnen sie auf 16 Seiten kein einziges Mal. Stattdessen geht der Blick nach vorne: Ein ,freier, grüner, feministischer und lustvoller Sozialismus’ sei nötig.“ Tatsächlich brauchten sie nicht Hartz IV zu erwähnen, wenn es doch einfacher ist, gleich die Alternative zu fordern, nämlich das existenzsichernde Grundeinkommen. „Lustvoll“ ist das Fordern allein zwar noch nicht. {…}« Vgl.

www.freitag.de/autoren/michael-jaeger/das-kommende-vergnügen

17.05.2015, Reinhold Schramm

Kapitalismus des ersten Jahrhunderts im 3. Jahrtausend

 im Folgendem habe ich einen Beitrag kopiert aus “www.scharf-links.de”, weil ich diesen für sehr empfehlenswert in seinen Aussagen halte.

Umbruch im globalen Kapitalismus. Abstieg der G7-Metropolen – Aufstieg der Schwellenländer

27.04.15
WirtschaftWirtschaft, Theorie, Krisendebatte, Debatte, Kultur 
 

Von isw

isw-report 100/101 erschienen: 

Umbruch im globalen Kapitalismus.
Abstieg der G7-Metropolen – Aufstieg der Schwellenländer

Am heutigen 27. April legt das isw, Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung den isw-report 100/101 vor. Er erscheint in einer Doppelnummer mit 76 Seiten

Die isw-Autoren Leo Mayer, Fred Schmid und Conrad Schuhler stellen die Grundzüge des stattfindenden Umbruchs im globalen Kapitalismus dar und gehen dabei von folgenden Fragen aus:

Wie hat sich der globale Kapitalismus bis heute auf die Lebensbedingungen der Menschen ausgewirkt?
Welche Momente prägen seine aktuelle Struktur?
Wie wirkt sich die wachsende soziale Ungleichheit in allen Teilen der Welt auf das globale soziale System und seine wirtschaftliche Entwicklung aus?

Entsteht mit den BRICS-Ländern der Kern einer alternativen Weltordnung?
Wird der Konflikt zwischen „altem Westen“ und sich emanzipierendem Süden zu militärischen Konflikten, womöglich zu einem „Großen Krieg“ führen?

Die Analyse führt u.a. zu den folgenden Thesen:

- Das neoliberale Konzept eines globalen Wachstums über steigende Exporte ist erschöpft. Ein neues Wachstumsmodell, etwa ein „grüner Kapitalismus“, wird von den herrschenden Eliten bekämpft. Das „Weiter so“ weist wirtschaftlich und sozial in die Sackgasse.

– Es entwickelt sich, vor allem im Transatlantischen Raum, eine transnationale Kapitalistenklasse heraus, wie sich beispielhaft in globalen Vermögensverwaltungsfirmen, Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften, globalen Anwaltskanzleien und Ratingagenturen zeigt.

– Die BRICS-Länder, die Schwellenländer des Südens, werden zur dominierenden wirtschaftlichen Größe, haben aber mannigfache Schwierigkeiten, eine geschlossene politische Einheit zu werden. Diese Verlagerung in der globalen Machtstruktur bietet jedoch die Chance für eine alternative Weltordnung, ein multilaterales Gefüge ohne die Dominanz des Westens.

– Der Westen will diese Machtverlagerung mit allen Mitteln verhindern. Die USA und die EU mit ihrer Vormacht Deutschland entwickeln ein Konzept des „kooperativen Imperialismus“. Dies schließt den Aufbau und die Androhung militärischer Gewalt mit ein. Als Hauptgegner in den Militärstrategien des Westens gelten Russland und China. Die Gefahr eines großen Konflikts wächst.

isw-report 100/101
April 2015
76 Seiten
6,00 Euro zzgl. Versand

Bestellung und Fragen unter: isw_muenchen@t-online.de

Gleichzeitig möchten wir auf unsere neue Website hinweisen: www.isw-muenchen.de
Sie wurde komplett neu aufgesetzt und bietet nun einen umfassenden Service an.
Bei Lob & Kritik würden wir uns über eine Rückmeldung an webmaster@isw-muenchen.de freuen.

-und wir streiten, ob eine Kommunismusdebatte sich überflüssig mache, weil er sich durch seine Unrechts-taten deplatziert hätte; wo es diesen doch gar nicht gab und keiner behauptete; er sei kommende Woche um 5 Uhr an der Tür. Unsere theoretischen Debatten sollten uns nicht verleiten, Möchtegernen Kanonenfutter für ihr Medien-House zu liefern. Wir wissen doch, was dabei heraus kommt. :-)

70 Jahre Frieden für Europa bringt den Völkern noch immer nicht den Ihren

Unerträglich im Jahr des Herren anno 2015

In einer Tageszeitung stand mit großen Lettern; „Flüchtlingskatastrophen machen EU ratlos“.
Ist auch Frau Merkel, Herr Gabriel, der große EU-Chef ratlos? Ist Obama ratlos?
Soll man als Bürger auch noch Verständnis für die armen Politiker der Welt haben, weil sie doch nicht anders können?
Warum mogeln sie sich um die wahren Ursachen herum?
Sind sie nicht alle mit samt der großen globalen Unternehmerkaste Jene; die an der Seite der Administration überm Teich, mit samt dieses wertvollen „Verteidigungsbündnis NATO“ schuldig zu sprechen sind??
Wollen sie die Völker für blöd erklären, ihnen weiß machen, dass Nordafrika ihre sozialen Befreiungsrevolutionen nun genießen darf? Steht das Syndikat der Erpressung nicht Pate an der Seite von Geheimdienstlern, Profithaien; Kriegstreibern und Kriminellen ausgehalten von den Wissenden, um diese Völker im 3. Jahrtausend zu versklaven? Werden die willkommenen Flüchtlinge in der EU die neuen Soldaten für die Verteidigung christlicher Werte?
Ist es nicht so, dass man die ehemaligen Kolonialvölker als Kanonenfutter im Kampf um Erhaltung von Profit, Markt und Umsatz benutzt?
Ist es nicht so, dass ausgemachte Feinde des Friedens aus den Ländern der EU und seiner Speerspitze; die BRD mit ihrem „geistvollen IM-Präsidenten“, der “geachteten FDJ-Kanzlerin, neuen Rechts-männern an der Seite von braunen Ukrainern antreten und nicht davor zurückschrecken, die Welt erneut in Brand geraten zu lassen?
Haben wir in unserer Regierung Friedensengel? Aus der EU fliegen nicht die Friedenstauben!
Es sind Friedens-Diplomaten mit Larven vor dem Gesicht.
Ist es nicht so, dass alle Mittel für diese Kaste des internationalen Kartells vom eigentlich überholten Systems von Profit, Reichtum, Ausbeutung und Kriegsbereitschaft dafür aufgewandt werden, die Völker weiter gegeneinander aufzuhetzen und sich so auch in ein neues Russlandabenteuer einzulassen? Man scheut sich dabei auch nicht zu lügen, dass sich nur die Balken so biegen und gekaufte politische Subjekte als Stimme der Völker des Ostens Europas das vollenden zu wollen, was Nazideutschland und seine Verbündeten nicht schafften.
Aufgestanden! Steht alle auf!
Frauen; Männer, Eltern, Arbeiter, Bauern, Professoren, Angestellte, Selbständige Monteure, Künstler, Polizisten, Ärzte, Schwester und Pfleger, Rentner; alle Ihr, der Ihr alles zu verlieren habt; auch den Wohlstand, den Mercedes, den Toyota, das Haus oder was euch lieb und teuer ist; lassen wir uns von denen nicht in neue Kriegsabenteuer führen.

RAUS AUS DER NATO!
Schluss mit den Sanktionen gegen Russland!
Weg mit TTip
-solidarisch mit den Flüchtlingen des Mittelmeeres und anderswo
-solidarisch mit allen Unterdrückten
-Solidarisch mit den Völkern Lateinamerikas
Frieden für alle Völker!

Ja; wir hatten echte kulturelle Ansprüche

…denn wo Bildung staatlicher Anspruch war und “kommunistisch-diktatorisch” verordnet wurde, gab es auch anspruchsvolle Kunst und Kultur. Spitze für mich war für Suhl das Bild Willi Sittes an der Stadthalle der Freundschaft.

Hier jedoch ein Link mit Aussage :-)

http://http://www.freigeist-weimar.de/beitragsanzeige/es-ist-nur-das-zerrbild-eines-grossen-deutschen-kuenstlerlebens/

 

Lieber Siegfried, ich danke Dir herzlich für Deine Erlaubnis Deine Beiträge auf “Unrecht”zu veröffentlichen. In letzter Zeit musste ich öfter auch an meine Erlebnisse (nicht gleichzusetzen) zurückdenken. Es ist wohl aber oftmals einfach das Leben, welches jeder bewußt auf seine Weise in seinem Umfeld lebt. Und wer sich auch nur ein wenig mit der Idee identifizierte trug mit bei, dass wir als Gesellschaft in Verkörperung der DDR es 40 Jahre aushielten. Es hätten auch weniger sein können.

Wenn meine Leser das anders sehen ist es einmal ihr gutes Recht, aber ich würde mich über eine Responz freuen.

Gegen das Vergessen

Hier mal mein Eintrag in einen elektronischen Briefkasten:
Kopie meiner Zeilen

Verehrte Damen und Herren,
nachhaltige Grüße sende ich an Herrn XXXXXXXX verbunden mit der Feststellung, dass seine Worte am 12.April 2015 auf dem Ettersberg von Weimar allen Widerstandskämpfern gegen das Naziregime, allen heutigen besonders den jungen Menschen moralisch betrachtet eine Ohrfeige für ihr Engagement war und ist.
Es tat mir in der Seele weh, wenn man auf einer Bühne der Weltöffentlichkeit möglicherweise persönliche nicht aufgearbeitete Fehden bewältigen möchte, zumal heute wieder nicht nur politisch Andersdenkende difarmiert sondern auch wieder Juden auf deutschen Straße anfeindet werden.
Es wäre geboten von Ihm; gerade als Zeitzeuge und auch seinem Alter sei Dank, hier in öffentlicher Form zumindest die Tatbestände der Selbstbefreiung Buchenwalds so darzustellen. Er kennt doch bestimmt die neue deutsche Geschichtsaufarbeitung, welche darauf abzielt, irgend wann das “Totale” Vergessen dieser Zeit erreicht zu haben.
Nutzen Sie die erstbeste Gelegheit, auch wenn dies für sie so einfach wohl nicht ist. Und wenn hätten sie dies, was sie an diesem Tag zum Ausdruck brachten, 15 Jahre früher getan hätten; wo war damals das Problem?
Ich bitte Sie darum. Über eine Reaktion von Ihnen würde ich mich freuen und diese auch gerne weiterreichen.

Leider ; aber wie erwartet; gab es bis heute keinen Kontakt. Nun; vielleicht gab es dafür eine Anregung? Da ich im Sommer sowieso nach A fahre werde ich versuchen einen persönlichen Kontakt zu bekommen

Der 1.Mai und die Rechte der Arbeitenden

Aufruf zum 1. Mai 2015

Die Einheitsgewerkschaft ist eine Errungenschaft der Arbeiterbewegung, es gilt sie zu verteidigen. „Die organisatorische und politische Stärkung der Gewerkschaften als Schule des Klassenkampfes ist entscheidend. Schwerpunkte der gewerkschaftlichen Interessenvertretung sind: • Die Verteidigung der Einheitsgewerkschaft gegen Spaltungsversuche und die Tendenz der Einbindung in „Standortlogik“, Konzepte des Co-Managements und parteipolitische Instrumentalisierung ist der Schwerpunkt gewerkschaftlicher Interessenvertretung. • Die Verteidigung das Streikrecht und die Koalitionsfreiheit sowie die Fordern das politische Streikrechts. Für der Sache der Arbeiterbewegung ist es alles andere als dienlich, das es z.B. im Bereich der Bahn, wie in einigen anderen Bereichen, neben den DGB-Gewerkschaften auch Ständegewerkschaften gibt. Der Kampf für das Prinzip: • ein Betrieb, eine Gewerkschaft. • der Interessensvertretung der ganzen Klasse in einem Betrieb und gegen die Aufspaltung in Berufsgruppen oder Standorte. sind grundsätzliche Positionen für die Gewerkschaftsbewegung um die alle Beschäftigten kämpfen müssen. In der Phase der Auseinandersetzung, wie während des Streiks der GDL, kann es aber auch nur einen Platz für gewerkschaftliche Arbeit geben, nämlich auf der Seite der kämpfenden Arbeiter und Angestellten. Umgedreht konnte man gut studieren, welche Streiks die Herrschenden für gerade noch zulässig halten. Das sind Streiks, die niemand spürt und die bestenfalls zur Einsparung der Gehaltszahlungen an die Streikenden führen. Skandalös, wie mit dem Vorsitzender der GDL umgegangen wurde bzw. wie ganz offen versucht wurde, die Spaltung in die Organisation zu tragen. GEPRÜGELT WIRD DIE GDL – GEMEINT SIND ABER ALLE GEWERKSCHAFTEN In der medialen Auseinandersetzung erhält die Bundesregierung Beistand, wie am derzeit aktuellen Konflikt zwischen GDL und DB zu sehen ist. Gerichtlich wurde versucht, das Streikrecht auszuhebeln; das klappte nicht, dafür hat man ja nun das sogenannte Tarifeinheitsgesetz in petto. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat einen Referentenentwurf zur gesetzlichen Regelung der sogenannten Tarifeinheit vorgelegt, der nach ihrem Willen baldmöglichst vom Bundestag verabschiedet werden soll. Einerseits arbeitet sie damit planmäßig den Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD ab, andererseits setzt sie die gemeinsame Initiative von BDA und DGB aus dem Jahr 2010 um, obwohl der DGB auf seinem Bundeskongress im Mai vergangen Jahres anderes beschlossen hat: Zitat: „Der DGB und seine Gewerkschaften lehnen jegliche Eingriffe in die bestehenden Regelungen ab, die das Streikrecht oder die verfassungsrechtlich geschützte Tarifautonomie beeinträchtigen.“ Doch wäre es aus Sicht der im DGB organisierten Gewerkschaften zu kurz gegriffen, sich jetzt klammheimlich darüber zu freuen, dass der GDL zukünftig die Möglichkeit des Streiks über diese Tarifeinheitsgesetz genommen wird. Denn auch DGB-Gewerkschaften sind in Betrieben organisiert, in denen nicht sie die Mehrheit haben, sondern eine Konkurrenzorganisation. Als bestes Beispiel sind dafür die Krankenhäuser der Marburger Bund oder für die Flughäfen Cockpit bzw. UFO genannt. Hier dürften dann auch Verdi-Mitglieder nicht mehr für einen besseren Tarifvertrag streiken, und so nebenbei auch die Mitglieder der Konkurrenzorganisation überzeugen, dass ihre Interessen mit der Gewerkschaft besser durchgesetzt werden können. Verdi hat dieses erkannt und lehnt nicht nur den Gesetzentwurf zur Tarifeinheit ab, sondern hat dagegen eine breit angelegte Unterschriftensammlung auf den Weg gebracht (siehe verdi.de). Wieder mal ist es im Rahmen der Großen Koalition die Sozialdemokratie, die sich in Form von Arbeitsministerin Nahles zu einem massiven Angriff auf die Rechte der Arbeiterbewegung hergibt. Hier kann es auch keine Haltung sein, auf das Bundesverfassungsgericht zu hoffen, solche Auseinandersetzungen werden in den Betrieben und auf der Straße entschieden und dies setzt voraus, innerhalb der Arbeiterbewegung die Klarheit darüber zu verbreiten, dass es hier um die Aushöhlung des Streikrechts geht. Die Reaktionen, vor allem vieler DGB-Gewerkschaften, entsprechen keineswegs der Dramatik des Angriffs. Die Erklärung des DGB-Vorsitzenden, der aussagt, dass lediglich eine Minderheit der DGB-Gewerkschaften damit größere Probleme habe, ist nicht hinnehmbar. Das ist pures Gift. Wenn hier den Anfängen nicht gewehrt wird, dann werden Interpretationen des Streikrechts und weitere gesetzliche Eingriffe folgen, die die Entwaffnung der Arbeiterbewegung fortsetzen. Der Widerstand gegen das geplante Gesetz zur »Tarifeinheit« nimmt dennoch zu. Mehr als 75.000 Menschen haben die Petition von ver.di, GEW und NGG gegen das Vorhaben unterzeichnet. Und auch in der IG Metall – deren Führung den von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) initiierten Gesetzentwurf begrüßt hat – regt sich Protest. Viele Gutachten – einschließlich einer Studie des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages – bestätigten, dass das Streikrecht mit Inkrafttreten des Gesetzes beschnitten würde. Derweil wird deutlich, dass Konzerne und Konservative die Debatte nutzen, um eine weitergehende Einschränkung des Streikrechts zu erreichen. »Kein Pakt mit den ›Arbeitgebern‹ und Regierungen gegen das Streikrecht!« Das ist der Titel eines von Dutzenden Metallern unterschriebenen offenen Briefs an die IG-Metall-Vorsitzenden Detlef Wetzel und Jörg Hofmann. Diese hatten mehrfach erklärt, dass »die IG Metall« Nahles´ Vorstoß gutheiße. Die sowohl von der Ministerin als auch von der Gewerkschaftsspitze vorgebrachte Behauptung, das Streikrecht werde dadurch nicht eingeschränkt, weisen die unterzeichnenden Betriebsräte und Vertrauensleute entschieden zurück. »Ein so massiver Angriff auf das Streikrecht wird allen Gewerkschaften nur schaden«, heißt es in einem Antragstext in der Delegiertenversammlung der Stuttgarter IG Metall. Die Erfahrungen mit dem »Anti-Streikparagraphen« zur sogenannten kalten Aussperrung (§ 160 SGB II, früher § 116 AFG) zeigten, »wie schwer es ist, ein Gesetz, das das Streikrecht unverhältnismäßig einschränkt, wieder rückgängig zu machen«. Seit fast 30 Jahren hänge diese Regelung »wie ein Damoklesschwert über allen unseren Tarifauseinandersetzungen«. Mit ihrer Unterstützung für die gesetzliche »Tarifeinheit« haben die IG-Metall- und DGB-Spitzen die Büchse der Pandora für weitere Einschränkungen geöffnet.In der Tat häufen sich die Hinweise darauf, dass das Thema »Tarifeinheit« von Konzernvertretern dazu genutzt wird, Stimmung für weitere Beschränkungen zu machen. So forderte die Lufthansa jüngst in einem Brief an mehrere Bundestagsfraktionen »Nachbesserungen« an Nahles´ Gesetzentwurf. Für die »kritische Infrastruktur« müssten Sonderregeln wie • eine »frühzeitige Schlichtung«, • »rechtzeitige Ankündigungsfristen« und • die »Sicherstellung der Grundversorgung« gelten. Erfahrene Gewerkschaftsfunktionäre kennen den Spruch:

NICHT BETTELN, NICHT BITTEN: NUR MUTIG GESTRITTEN

Das Streikrecht ist das wichtigste Grundrecht der Beschäftigten. Ohne das Recht auf Streik • können Gewerkschaftsmitglieder ihre Interessen nicht durchsetzen, • gibt es keine Tarifautonomie. • Tarifverhandlungen würden verkommen zu kollektivem Betteln. Die geplante und verfassungswidrige Einschränkung des Streikrechts und der dahinter stehenden Tarifautonomie ist letztlich ein Angriff auf die Einheitsgewerkschaft. Diese müssen entschieden verteidigt werden.

STREIKRECHT VERTEIDIGEN! TARIFEINHEITSGESETZ VERHINDERN!

Antifaschismus – gestern wie heute die gleichen Wurzeln

Antifaschistischer Widerstand in Suhl und Umgebung

Informations- und Bildungsabend am 19. März 2015 (Rotfuchs e.V.)

Die historischen Wurzeln der Entstehung der Arbeiterbewegung und des Widerstandes gegen Kapitalismus, Faschismus und Krieg Marxistisches Herangehen an jede Erscheinungsform erfordert gründliche Analyse sowie die Aufdeckung der Ursachen. Manifest der Kommunistischen Partei: „Das Proletariat macht verschiedene Entwicklungsstufen durch. Sein Kampf gegen die Bourgeoisie beginnt mit seiner Existenz.“ Ende des 19. Jahrhunderts war der Thüringer Wald eines der Armenhäuser Deutschlands. Einige Fakten zur Erinnerung an die historische Situation aus der Sicht der Arbeiterklasse: 1871 – gab es die erste gewerkschaftliche Organisation in Suhl – seit 1856 existierte bereits das Unternehmen Simson Suhl. 1875 – entstand hier die erste sozialdemokratische Organisation, der Arbeiter aus Suhl und Goldlauter beitraten. In dieser Zeit entwickelte sich besonders die Waffenindustrie, Grundlage für die weitere Entwicklung des Proletariats und seiner Organisationen. Positiver Einfluss auf diese Entwicklung ging vom Gothaer Vereinigungsparteitag 1875 aus (SDAP von August Bebel und Wilhelm Liebknecht und der ADAV, Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein, von Ferdinand Lassalle schlossen sich zur SAP – Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands, zusammen.) Im Gothaer Programm der SAP heißt es: „In der heutigen Gesellschaft sind die Arbeitsmittel Monopole der Kapitalistenklasse; die hierdurch bedingte Abhängigkeit der Arbeiterklasse ist die Ursache des Elends und der Knechtschaft in allen Formen. Die Befreiung der Arbeit erfordert die Verwandlung der Arbeitsmittel in Allgemeingut der Gesellschaft und die genossenschaftliche Regelung der Gesamtarbeit mit gemeinnütziger Verwendung und gerechter Verteilung des Arbeitsertrages. Die Befreiung der Arbeit muss das Werk der Arbeiterklasse sein…“ 1878 – 21. 10. – aus Furcht vor revolutionären Umtrieben wurde durch den Reichstag auf Diktat von Bismark das „Gesetz gegen gemeingefährliche Bestrebungen der Sozialdemokratie“, auch Sozialistengesetz, erlassen. Das kam einem Verbot sozialdemokratischer Organisationen gleich. Bis 1890 wurde es mehrfach verlängert. Danach wurde die SAP in SPD umgewandelt. Im Suhler Raum kam es gleichzeitig zu einem Aufschwung der Arbeiter – und sozialdemokratischen Bewegung. Zu Schwerpunkten entwickelten sich Goldlauter, später Heidersbach, Albrechts und Heinrichs. Die Verschärfung der Ausbeutung und der Anstieg der Lebenshaltungskosten brachte eine Zuspitzung des Klassenkampfes mit sich. Es kam zu Hausdurchsuchungen in Goldlauter –z. B. wurde Agitationsmaterial der „Roten Feldpost“ aus der Schweiz gefunden, im Sozialistenprozess 1889 wurden 150 Antifaschisten angeklagt, auch August Bebel war darunter. 1889 – wurde auf der II. Internationale – 1. Mai zum Kampftag der Arbeiterklasse erklärt. Am 1.Mai 1890 – Suhler Arbeiter hissen auf dem Domberg eine Fahne mit dem Spruch: „Der Sozialismus geht seinen Lauf, ihn halten weder Ochs noch Esel auf.“ Um die Jahrhundertwende erreicht der Kapitalismus sein höchstes Stadium – den Imperialismus. Die Widersprüche verschärfen sich: Reaktion nach innen, Großmachtbestreben nach außen, die Gefahr eines Krieges zeichnet sich immer deutlicher ab. 17. 9. 1911 Karl Liebknecht im Henneberger Haus – „Diesem kaiserlichen System keinen Mann und keinen Groschen“. 1914 – Erster Weltkrieg, am 2. Dezember 1914 lehnte Karl Liebknecht als einziger im Reichstag die Kriegskredite ab, Verrat der SPD. 1917 löste die Große Sozialistische Oktoberrevolution einen Aufschwung der Arbeiterbewegung auch in Deutschland aus. 1918 – 30. Dez/1. Januar Gründung der KPD – entstanden aus dem Spartakusbund, der wiederum ging aus dem linken Flügel der SPD hervor. 1925 wurde Ernst Thälmann ihr Vorsitzender. 1918/19 – Entstehung der Freikorps – Rekrutierung aus ehemaligen Frontsoldaten. 1919, 15. Januar – Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. 1920 – Kampf der Suhler und Zella – Mehliser Arbeiter gegen Kapp und Lüttwitz Robert Ripperger aus Albrechts starb mit 20 Jahren. S. Gedenkstein auf dem Albrechtser Friedhof. 1920 verstärkte sich der Kampf der Reaktion gegen die linken Kräfte und die junge Sowjetmacht – Antisowjetismus auf der ganzen Linie. Protestdemonstrationen auch in Suhl „Hände weg von Sowjetrussland“. Sammlung von Spenden….. 1922, 22. Juli – erste Reichskinderkonferenz der kommunistischen Kindergruppen Deutschlands im Suhler Oberrathaussaal (2012 – wurde der 90. Jahrestag mit einer Gedenkveranstaltung begangen. Eine Broschüre: „Immer lebe die Sonne“ wurde erarbeitet (Gerhard Kummer aus Zella – Mehlis schrieb die Geschichte), Egon Krenz war eingeladen, ehemalige Pionierleiter nahmen teil – es gab keine Unterstützung von der Stadt, auch der historische Oberrathaussaal durfte nicht genutzt werden.) Das Jahr 1923 wurde zu einem Schlüsseljahr. Es bestand die Chance, Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution zu nutzen, aber die nationale und internationale Entwicklung beförderte die reaktionären, konservativen Kräfte. Z.B. der Machtantritt Mussolinis, dem „Duce“ 1922 in Italien oder die Einmischung der Amerikaner: Forderung eines amerikanischen Stahlindustriellen: ;We, too, need a man like Mussolini.“ (Wir brauchen auch einen Mann, wie Mussolini.) Ludwig Elm, Prof. Dr.: „Aus der Unfähigkeit der bürgerlichen Parteien, den Verlauf und die Ergebnisse des Ersten Weltkrieges in der Weimarer Republik auf demokratisch – republikanische Weise zu bewältigen, erwuchs der Weg zu den konterrevolutionären Exzessen der Nachkriegszeit, zu erneuter Rechtsentwicklung in den 20er Jahren und schließlich zur Beihilfe und Kapitulation bei der Errichtung der faschistischen Diktatur im Deutschen Reich und im Zweiten Weltkrieg.“ 1920, 24. 2. Gründung der NSDAP in München, hervorgegangen aus der DAP, ihr Vorsitzender – Adolf Hitler. 1923 – Putschversuch, durch die Reichswehr vereitelt, Hitler festgenommen, fünf Jahre Festung Landsberg, hier entstand 1925 „Mein Kampf“. Das Buch wird im Mai 2015 in Deutschland erneut herausgegeben!! Die NSDAP war nur kurz verboten. Zwischen 1925 und 1933 – schleichende Erstarkung der faschistischen Kräfte, deren Ideologie verwurzelte sich bis in die Mitte der Gesellschaft. Damit nahm der Einfluss der NSDAP ständig zu. Bsp. Suhl: Wahlen zum Reichstag am 6.11 1932: 37,1% NSDAP, 20,5% SPD, 28,5% KPD – Heidersbach = 68,8 % KPD, Goldlauter =15,8 % NSDAP, 62% KPD, Albrechts 62%. Reichstagswahl am 5.3.1933: Stadt Suhl= 46,8% NSDAP, 17,5% SPD, 25,1% KPD Goldlauter/Heidersbach 60,8 bzw.62,5% KPD, Albrechts 58%. Trotzdem blieben die o.g. Ortschaften Hochburgen der KPD und SPD. Am 23. März 1933 wurde ein erneutes Ermächtigungsgesetz verabschiedet, demagogisch genannt: „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“. Bereits am 9. März 1933 wurden die 81 Abgeordneten der KPD (Reichstag) ausgeschaltet, alle bürgerlichen Parteien – auch die SPD, schwiegen zu der Annullierung der Abgeordneten. Hindenburg, der 1925 zum zweiten Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt wurde, ernannte im Auftrag der Großindustriellen, Großgrundbesitzer und Banken Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler. Der Reichstag übertrug Hitler mit dem Ermächtigungsgesetz die gesamte Staatsgewalt. Wenig später sicherte dieser sich mit der Zerschlagung der Gewerkschaften, dem Verbot aller demokratischen Parteien die Alleinherrschaft. Die Weimarer Republik hörte auf, zu existieren. Zu verantworten hatten das auch spätere Spitzenpolitiker der BRD, wie der erste Bundespräsident Theodor Heuss, Bundesminister Ernst Lemmer und Ritter von Lex. Der Krieg begann im Inneren, richtete sich gegen alle Andersdenkenden, gegen alle Gegner der Aufrüstung. Simson wurde arisiert, aus ihm gingen die größten 4 Waffenunternehmen hervor: Berlin – Suhler – Waffen – und Fahrzeugwerke – BSW – wurde zum Stammbetrieb der Gustloff Werke. (1800 – 6000 Mitarbeiter.), Sauer und Sohn, Heinrich Krieghoff und Haenel. KPD und SPD wurden auch im Suhler Raum in die Illegalität gezwungen. Obwohl gewählt, flogen sie einfach aus dem Stadtrat. Aufgrund ihrer bisherigen Struktur und ihren Erfahrungen konnten die Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter vielfältige Möglichkeiten illegaler Arbeit nutzen. Suhler Antifaschisten im Widerstand gegen Faschismus und Krieg In Suhl und Umgebung gab es über 250 Antifaschisten im aktiven Widerstand – vorwiegend in den Wohngebieten und Betrieben, besonders in der Rüstungsindustrie. Phasen des Widerstandes: 1933 – stark, bis 1938/39 – quantitative Abnahme, 1939/40 – neue Qualität, 1941 bis 1945 – Höhepunkt des Widerstandes, starke Zunahme vor allem nach dem Überfall des Hitlerfaschismus auf die Sowjetunion. Wer waren sie? Meistens waren es Arbeiter und Handwerker: Schlosser, Graveure, Dreher, Werkzeugmacher, Lehrenbauer, Mechaniker, Bohrer, Maurer, Polierer, Dabei auch ein Polizeileutnant, Rudolf Gerngross, ein Lotterieeinnehmer – Friedrich Heinze und ein Pfarrer – Martin Siedersleben. Weniger Bauern! Vorwiegend Kommunisten – die Anzahl kann man nicht so genau bestimmen, häufig kam ein Wechsel der Parteien vor (Z. B. Robert Gladitz – USPD, KPD bis 1927, an der Seite von Guido Heym kurzzeitig im Leninbund, 1928 – SPD, die Erklärung nach seiner Verhaftung: „Ich bin und bleibe Kommunist.“ Guido Heym: SPD, USPD, KPD, SPD.) Bei der Herausgabe der KPD – Zeitung „Der Volkswille“ erwarb sich Fritz Sattler große Verdienste. Auf Grund seiner journalistischen Fähigkeiten wurde er als Verlagsleiter eingesetzt. Da er gleichzeitig ein guter Redner war, strahlte er auf seine Genossen viel Optimismus aus. Er überstand das Zuchthaus Waldheim und die Hölle des KZ Sachsenhausen. Nach der Befreiung vom Faschismus spielte er in Suhl eine wichtige Rolle als Aktivist der ersten Stunde. Wie ging aber die DDR – Führung mit einigen Genossen um? (Leninbund, KPO, Spanienkämpfer – Alwin Günther, im Exil in der Schweiz). Wie organisierten die Widerstandskämpfer ihre Arbeit in der Illegalität? Es gab in Suhl keinen geschlossenen Widerstand unter einer einheitlichen Führung. Der Widerstand erfolgte einzeln oder in Gruppen – z. B. die Friedberggruppe. Es existierten bereits Netzwerke in Wohngebieten und Betrieben, auch nach außen in andere Städte. Treffpunkte in Stützpunkten: „Fuchsbau“, „Schuppen“, Gaststätte Linsenhof, Regenberghütte. Die Antifaschisten organisierten sich in Turn- und Gesangsvereinen. Ihre Aktivitäten: Abhören und Verbreiten von Nachrichten ausländischer Sender über den Verlauf des Krieges. Flugblätter, in „Kützen“ oder Koffern verpackt, Spendensammlungen für Angehörige inhaftierter Genossen. Besorgung und Verbreitung illegaler Materialien:. Informationen aus der Schweiz und von den Vereinten Nationen der Antihitlerkoalition. Illegale Treffpunkte in Rüstungsbetrieben. Der Slogan wurde verbreitet: viel krank feiern, langsam arbeiten, Ausschuss produzieren. Zeitschrift in Albrechts der KPD – Ortsgruppe „Der Besenbinder“ 1932, die aber 1933 schon wieder beschlagnahmt wurde. Stilllegung eines Antriebsaggregates – engte die Fertigung von Handfeuer – und Maschinenwaffen ein. Weitere Eingriffe in die Produktionsabläufe – z.B. Streik der Laufrichter im Waffenwerk, dadurch Stilllegung der Arbeit von hunderten von Arbeitern. Verbindung zu Zwangsarbeitern – Alfred „Max“ Gerngroß. Boykottierung von Naziveranstaltungen, z.B. auch das Winterhilfswerk. Gerd Kaiser: „Einen militärischen Widerstand, wie er heute Jahr um Jahr in pompös zelebrierten Schauveranstaltungen der Bundesrepublik Deutschland gefeiert wird, gab es in Suhl genau so wenig, wie einen Widerstand aus den Reihen der „gutbürgerlichen“ Mitte der Gesellschaft“. In Suhl gab es auch Unterstützung des Hitlerregimes aus diesen Kreisen, z.B. : Julius Kober, Dichter und Schriftsteller in Suhl, Unterstützer der beiden Weltkriege Die Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg interpretierte Kober als Speerwunde im Rücken, beigebracht von irgendeinem fremdrassigen Element, das der „deutschen Eiche die Axt an die Wurzel gelegt und sie zu Fall gebracht hat.“ – 1920 Den Führer sah er bereits 1924 kommen „zu allen Menschen deutschen Blutes, deutscher Art“ und „wenn wir uns durchgerungen haben zum artreinen Volk, wird Deutschland Führer sein in Europa“- Vergleich mit der Gegenwart!! 1935 dichtete er: „Wenn es zum Endkampf geht im harten Ringen, aus Blut und Boden wächst die neue Saat“ Im Nationalsozialismus sah und verwirklichte er die Lehre von Blut und Rasse. 1942: „Am Nordkap und in Afrika Wie wir den Feind auch sichten Vor Leningrad und im Kanal Wir werden ihn vernichten. Die Neuordnung erheischt von uns Viel Opfer, große Taten Drum ist jetzt unser Feld die Welt Soldaten, Kameraden Diese Texte stehen nicht im Internet. Entnommen: Gerd Kaiser „Auf Leben und Tod“ Der Verrat Ein Instrukteur der Bezirksleitung der KPD Thüringen – Erich Thieme, verriet für ab und zu eine Extraportion Wurst und Semmeln von der Gestapo für seine Spitzeldienste die eigenen Genossen. 1933/34. Er verriet z.B. Walter Molle – Waffenwerk Suhl, Lydia Orban aus Heidersbach (mit Magnus Poser verheiratet). Diese hatten Verbindung zu ihrer ursprünglichen Heimat, Jena. 200 Genossen wurden in „Schutzhaft“ genommen und nach Bad Sulza verbracht. Im Ergebnis des Verrats von Fritz Klett („Hosche“) und August Häfner gab es zwei Verhaftungswellen. September 1943 und Juni 1944. In der ersten Welle wurden 50 Antifaschisten aus dem Raum Suhl verhaftet, 1944 waren es mehr als 150. Im Vorfeld des Attentatsplanes „Walküre“ gab es im Hochsommer 1944 weitere Verhaftungen im Rahmen der Aktion „Gitter“, die Opfer kamen meist nach Buchenwald. Vor ihrem Abtransport in die Gefängnisse bzw. KZ wurden die Antifaschisten in den Garagen der Schleusingerstraße gegenüber der heutigen Polizei zusammengepfercht, die Augen wurden ihnen verbunden, mit Schlägen wurden sie auf die LKW`s getrieben und ins Landesgerichtsgefängnis Ichtershausen verbracht. „Gründe“ der Verurteilungen Sabotage, Wehrkraftzersetzung, Landfriedensbruch, Hochverrat. Das Schicksal von Reinhold Kleinlein, stellvertretend für die illegale Tätigkeit und die Qualen, die Antifaschisten erleiden mussten. Aufgeschrieben von seiner Enkeltochter, Regina Bernhardt. Auszug aus „ Aufrecht und stark“ S.79ff: „Mitglied in der SPD ab 1913, schloss er sich 1917 der oppositionellen USPD und 1920 der KPD an, war aktiver Arbeitersportler und auch im Arbeitergesangsverein. Seit 1914 wählten ihn seine Dorfgenossen immer wieder in den Gemeinderat und in den Jahren 1926 bis März 1930 war er kommunistischer Gemeindevorsteher und Bürgermeister in Heidersbach. Weil er aber gegen Faschismus und den drohenden Krieg auftrat, wurde er von der ersten Nazilandesregierung der Weimarer Republik aus dem Amt vertrieben. Der neue Bürgermeister schikanierte ihn ständig. Weil Reinhold z.B. niemals mit „Heil Hitler“ grüßte, sondern einen guten Tag entbot, drohte der Bürgermeister Siebelist: „Dem lasse ich`s schon noch beibringen. Wenn ich den habe, lasse ich einen extra Käfig bauen.“ Reinhold K. wurde arbeitslos. Berufsfremd unterhielt er einen Friseurladen und führte die Geschäfte der örtlichen Spar- und Darlehenskasse. Die dadurch ermöglichten vielfältigen und unauffälligen Kontakte erwiesen sich im Widerstand als nützlich. Neben den traditionellen engen Beziehungen zu seinen Dorfgenossen pflegte er dauerhafte Verbindungen zu Adolf Anschütz, Artur Gering sowie zu Lydia und Magnus Poser. Auch Reinhold K. fiel…..dem Verrat zum Opfer. Bei der Massenverhaftung am 3. September 1943 wurde er verhaftet und in die Landesstrafanstalt nach Ichtershausen verbracht. In der Anklageschrift beschuldigten die Richter Reinhold Kleinlein und Mitstreiter „einheitlich und fortgesetzt handelnd“ im kommunistischen Sinne gewirkt zu haben, des „Hochverrats“ und der „Wehrkraftzersetzung“; er habe „Nachrichten ..vorsätzlich verbreitet, “die sich gegen den Krieg wendeten. Durch Folterungen und Misshandlungen versprachen sich seine Peiniger den Verrat an den anderen Genossen. Er wurde straff an Händen und Füssen gefesselt, sie schlugen ihm die Zähne aus – er blieb jedoch standhaft. Man setzte den sogenannten Mitkämpfer Klett auf ihn an. Durch Verständigung untereinander bekamen die Genossen heraus: Klett war ein Spitzel der Gestapo. Bei einem Besuch der Tochter von Reinhold K. flüsterte der Vater ihr zu: “Der Klett ist unser Totengräber, sage es draußen allen Genossen“. Infolge des Verrats gab es immer mehr Verhaftungen, dabei war auch der Sohn von Reinhold K., Walter……..Im Frühjahr wurde“ Reinhold K. „nach Rudolstadt gebracht – noch strengere Haft, keine Päckchen, Besuchsverbot auf Wochen. Schwiegersohn Oswald kam von der Front auf Urlaub. Entsetzt über den Zustand seines Schwiegervaters, erreichte er durch Mut und Beharrlichkeit gewisse Hafterleichterungen. Aber es war zu spät. Reinhold Kleinlein litt auch noch an einer offenen Tuberkulose. Sein gemarterter Körper hielt die Qualen nicht mehr aus. Im Haftkrankenhaus Stadtroda verstarb er am 24. August 1944. Sehr gefasst nahm seine Frau die Nachricht auf. Endlich konnten sie ihn nicht mehr quälen…….. Der jüngste Bruder Paul fuhr nach Stadtroda…. Ihm gelang es, den Leichnam nach Suhl zu überführen. Es wurde jedoch die Bedingung gestellt, den Sarg nicht mehr zu öffnen. Davon riet Paul auch allen anderen ab. Er hatte seinen toten Bruder gesehen. Hätte dieser nicht Kennzeichen gehabt, die er kannte, wäre es ihm unmöglich gewesen, den Toten als seinen Bruder zu identifizieren. Die Trauerfeier fand mit Genehmigung in Suhl statt. Es kamen viele Nachbarn, Schul- und Sportkameraden, politische Weg- und Kampfgefährten, um Reinhold Kleinlein die letzte Ehre zu erweisen. Viele machten sich von Goldlauter – Heidersbach zu Fuß auf den Weg nach Suhl. Der Suhler Pfarrer Martin Siedersleben beschrieb den schweren Leidensweg des toten Kommunisten. Zur letzten Ruhe wurde Reinhold Kleinlein in seinem Heimatort Heidersbach gebettet. Die 14. Polytechnische Oberschule in Heidersbach trug mit ihrer Eröffnung seinen Namen….In Vorbereitung auf die Jugendweihe lernten die Teilnehmer der achten Klassen jeweils am Grab…Leben und Kampf Reinhold Kleinleins kennen und pflegten das Grab.“ Die Kommunisten und Sozialdemokraten der Friedberggruppe: Minna und Emil Recknagel, Alfred Gerngross, Rudolf Gerngross, Carl Stade, Ewald Stübler, Ernst König wurden am 5. Januar 1945 Landesgerichtshof Weimar im 20sec. Takt enthauptet. Die Mörder schreiben in ihre Protokolle noch zynisch von der „außergewöhnlichen Belastung“ der Vollstrecker. Robert Gladitz, Guido Heym, Erhard Schübel wurden am 4. April 1945 im Webicht, einem Waldstück bei Weimar erschossen. Viele sind auf den Todesmärschen nach Flossenbürg vor Erschöpfung gestorben ( Ernst Heß, Rudolf Gerngroß), oder im Gefängnis umgekommen. August Löhnert ist im Suhler Gefängnis durch „unbekannte Ursachen“ gestorben. Emil Eckstein ist im Gefängnis Ichtershausen elend verhungert. In der Mehrzahl stand Herzversagen, auch Selbstmord in den Dokumenten.. Geschichtsverfälschungen Die kontinuierliche Beschäftigung mit dem antifaschistischen Widerstand ist umso notwendiger, da dieser in Medien, in Schulbüchern, Filmen, Ausstellungen, an Erinnerungstafeln in Frage gestellt wird. Auch Bsp. Obersalzberg. Behauptungen: 1. Widerständler gegen den Faschismus hätte es nur im Bürgertum gegeben. Stauffenberg und seine Offiziere, Attentat „Walküre“ am 20. Juli 1944. Neuer Film am 20-8.2014: Georg Elsers Attentat auf Hitler am 8. Nov. 1939. Eine Bombe wurde im Münchener Bürgerbräukeller am Rednerpult zur Explosion gebracht – 13 Min. zu spät. Hitler hatte um diese Min. früher das Rednerpult verlassen. – 8 Menschen starben Heute Uraufführung der Neuverfilmung „Nackt unter Wölfen“. Aussagen von Bruno Apitz, der 9 Jahre in Buchenwald inhaftiert war, werden angezweifelt. Es war kein Dokumentarfilm und ein Roman! 2. Die Kirche soll ein Zentrum des Widerstandes gewesen sein Wir wissen aber, dass die katholische Kirche am 28. März 1933 mit der Erklärung zur Fuldaer Konferenz ihren Frieden mit dem Naziregime geschlossen hat und es seit dieser Zeit unterstützte. 3. Verfälschung des 8. und 9. Mai, dem Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus bzw. dem Tag des Sieges. Es wird nur noch vom Kriegsende gesprochen, Putin wurde nicht eingeladen zu Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee. Merkel sagt ihre Teilnahme an den Siegesfeiern am 9. Mai in Moskau ab. Die Selbstbefreiung der Häftlinge von Buchenwald wird ignoriert, auch im neuen Film „Nackt unter Wölfen“ und generell soll der Zweite Weltkrieg nachträglich gewonnen werden. Mit der verstärkten Propaganda: Thüringen, auch Suhl, wurde von den Amerikanern befreit – wird relativiert, dass die Sowjetunion die Hauptlast im Zweiten Weltkrieg getragen hat. Die Forderung, den 8. Mai zum Feiertag zu erklären, die wir auch als VVN/BdA ständig wiederholen, ist für die BRD nicht relevant. 4. Im Umgang mit dem Widerstand in der DDR wird uns immer wieder „Verordneter Antifaschismus“ unterstellt. Mag sein, dass das am Anfang so gewesen ist – Millionen waren ja vom Faschismus manipuliert. Aber später: Mit wie viel Überzeugung – und die wuchs mit der Arbeit – wurden Leben von antifaschistischen Widerstandskämpfern erforscht, Chroniken geschrieben und Gedenkstätten gepflegt. Bsp. 1.POS Fritz Sattler, 4. POS Fritz Köhler, 6. POS Erhard Schübel, Heidersbach Reinhold Kleinlein. Betriebskollektive, Kampfgruppen trugen Namen von Suhler Antifaschisten.. Der BRD hätte verordneter Antifaschismus ganz gut getan. Stattdessen wurde der Faschismus relativiert – Adenauer zog einen frühzeitigen Schlußstrich unter die Zeit des Faschismus. Erhalten blieben großbürgerlich – aristokratische Macht – und Sozialstrukturen, Moralnormen sowie militaristische und monarchistische Traditionen und Vorstellungen. Die Entnazifizierung wurde in der BRD ein Fremdwort. Als Opfer wurden nur Vertriebene, Bombengeschädigte, Hinterbliebene, Kriegsgefangene und Internierte bezeichnet. Der Konservatismus in der BRD Bsp. für den Beweis o.g. Thesen: – Dem ersten Bundestag haben 53 Abgeordnete= 13% angehört. – 21 Minister und Staatssekretäre, -100 Generale und Admirale der Bundeswehr -828 hohe Justizbeamte -245 leitende Beamte des Auswärtigen Amtes und des Verfassungsschutzes hatten eine braune Vergangenheit. Besonders hohe Funktionen hatten die Nazigrößen: Globke, Filbinger, Dregger, Seebohm, Oberländer. Sie bildeten den rechtsextremen Flügel der CDU: Ein Beispiel, das für viele steht: Der ehemalige SS – Obergruppenführer Best, unter Himmler leitend im Sicherheitsdienst, in der Gestapo und bei der Judenverfolgung in Dänemark tätig, wurde in Kopenhagen zum Tode verurteilt, jedoch 1951 in die BRD entlassen. Er wurde Rechtsberater der FDP in NRW, Justitiar bei der Hugo Stinnes Industrie – und Handels GmbH sowie Berater des Bundes Deutscher Polizeibeamter. Ehrungen von ehemaligen Nazifunktionären und die Einstellung von Ermittlungsverfahren: -Walter Linse, Jurist – 1939 Arisierungsbeauftragter der Industrie – und Handelskammer Chemnitz. Ein Walter Linse Preis, dotiert mit 5000.-€, soll an Personen vergeben werden, die sich mit der „kommunistischen Diktatur“ kritisch auseinandersetzten. -Josef Scheungräber, in Italien wegen Beteiligung an einem Massaker an Zivilisten zu „lebenslänglich“ verurteilt, erhielt seit 1958 – Nachzahlung bis 1950 – eine beachtliche Pension zugesprochen, auch von einem ehemaligen Nazijuristen. -NS – Verkehrsminister Julius Dorpmüller beteiligte sich an Deportationen s. Zug der Erinnerungen. Bis in die 80er Jahre wurde er geehrt – Namensverleihungen fanden statt. -Walter Stier, zuständig für Sondertransporte in der NS – Zeit wurde in der BRD Amtsrat bei der Bundesbahn in Frankfurt am Main. -Jüngstes Beispiel: ein 93Jähriger, mitverantwortlich für die Ermordung von 170.000 Zivilisten soll jetzt erst einen Prozess bekommen. Das ist lächerlich. Alles in allem wurden 1945 verurteilte Großindustrielle sehr schnell aus der Haft entlassen und in Amt und Würden eingesetzt. Alle oben angeführten Personen rekrutierten Nachfolger entsprechend ihrer Gesinnung; diese finanzieren bis heute Neonazis. Der Umgang in Suhl mit Zeugnissen des antifaschistischen Widerstandes Am Umgang mit antifaschistischen Zeugnissen der Vergangenheit lässt sich auch die Haltung von Teilen der Gesellschaft zum Neofaschismus und den Weltkriegen erklären. Beispiele: Auf dem Hauptfriedhof in Suhl gab es eine Grab – und Gedenkstätte für Robert Gladitz und Adolf Anschütz sowie deren Ehefrauen. Die war vollkommen in Ordnung, wurde aber 1990 eingeebnet. Begründung: Die Zeit sei verstrichen. Aber: Die Soldatengräber in unmittelbarer Nähe werden bis heute gehegt und gepflegt. Auf dem Friedhof in Heidersbach wurde der antifaschistische Widerstand verfälscht, indem der Gedenkstein mit der eindeutigen Aussage: „Von den Nazis eigekerkert – von den Schergen gefoltert und zu Tode gequält“ im Zeichen der „Wende“ abmontiert wurde. Als Ersatz steht seitdem auf dem Stein die nichtssagende Aufschrift: „Den Opfern der Gewaltherrschaft.“ Die Gedenktafeln am Henneberger Haus, wo Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht 1911/12, später auch Ernst Thälmann zu den Suhler Arbeitern sprachen, wurden entferntt und verschwanden. Das Relief für Erhard Schübel an der Schule in Neundorf wurde noch am selben Tag der Demontage gestohlen. So erging es auch der Tafel am ehemaligen Kotaktkaufhaus zum Gedenken an eine Ansprache von Wilhelm Pieck. Die Reliefs des Suhler Bildhauers Ulrich Bühling zur Niederschlagung des Kapp – Putsches, eine Steintafel zur Reichskinderkonferenz, fanden wir in einem Abstellraum des Alten Rathauses. Zum l. gen. Ereignis schuf der Albrechtser Bildhauer Jürgen Conrad eine Plastikgruppe, die von der Stadt erworben, aber achtlos in den Heizungskeller des Alten Rathauses geworfen und beschädigt wurde. Dieser Bildhauer schuf noch 1989 für den Spanienkämpfer und Widerständler Wilhelm Holland, eine Stele mit einem Relief, aufgestellt im Gelände des Aschenhofes in Albrechts, dessen Heimatort. Unbekannte haben sie ein Jahr später bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Zu den bisher geschilderten Tätlichkeiten, die um ein Vielfaches erweitert werden können, ist die Polizei nie aktiv geworden. Einer der bedeutendsten Bildhauer unserer Stadt, Erich Wurzer, hat neben dem antifaschistischen Monument, das heute dezimiert im Stadtpark steht, eine große Anzahl von Büsten von Arbeiterführern, hauptsachlich für Schulen, Betriebe und Einrichtungen geschaffen. Bis auf einzelne sind sie nicht mehr auffindbar. Aktivitäten der Basisgruppe der VVN/BdA Südthüringen Aus persönlicher Sicht – Im Beschluss – für 2015 steht der 8.Mai 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus im Mittelpunkt – Stolpersteine wurden auch für Antifaschisten in Suhl verlegt, bisher sind es 13. Umfangreiche Recherchen in Archiven und Wohngebieten wurden dafür etwa vor 10 Jahren begonnen. Eine der letzten größeren Projekte war ein Faltblatt „Stolpersteine in Suhl/Thüringen“, in dem auf einer Karte 52 Stolpersteine von jüdischen Bürgern und Antifaschisten eingetragen sind. Unterstützt wurden wir vom „Bündnis für Demokratie, Toleranz – gegen Rechtsextremismus mit 1000.-€….. -Jahrelange und regelmäßige Pflege der Gedenkstätte für Erhard Schübel, Gottlieb Heß und Ernst König auf dem Friedhof in Heinrichs. -jährliche Gedenkveranstaltungen in Heinrichs, und am Gedenkstein für die Friedberggruppe. -Artikel mit antifaschistischem Inhalt für die SAZ, UNZ, den Rotfuchs, das Freie Wort, – In der SAZ werden monatlich Gedenken an runde Geburtstage und Todestage der antifaschistischen Widerstandskämpfer veröffentlicht. – Über ein Jahr haben wir am Buch „Aufrecht und stark“….gearbeitet. Heute, genau vor 4 Jahren stellten wir es auf der Buchmesse in Leipzig vor. Am 4.April fand in Suhl die Buchpremiere statt. Inzwischen ist das Buch neben Suhl in viele Städte Deutschlands gelangt, über interessierte Bürger, die in ihren Heimatorten dafür wirken wollen, die antifaschistischen Widerstandskämpfer dem Vergessen zu entreißen. Städte: Berlin, Wismar, Weimar, München, Leipzig, Marburg, Sonneberg, Hildburghausen, auch Ceske Budejovice.. Auch hier erhielten wir von der Stadt keine Unterstützung. Anlässlich des 100sten Geburtstages des Suhler Bildhauers Erich Wurzer, der viele antifaschistische Werke schuf, wurde ihm zu Ehren ein Relief in der Friedrich – König – Straße in Suhl angebracht (Gewo). Geschaffen wurde es vom Albrechtser Bildhauer Jürgen Conrad. Dank vieler Spenden von alteingesessenen Firmen und Geschäftsleuten, konnte der Guss des Reliefs finanziert werden. Keine Unterstützung erhielten wir von der Stadt – der Blidhauer war für sie „umstritten“. Er war Gründungsmitglied des „Verbandes bildender Künstler“ in Suhl. -Ausstellungen: z.B. Gewalt von Neonazis in Deutschland – Arbeit und Seminare mit Schülern -Die Ausstellung: Neonazismus in Deutschland, wurde von der Suhler CDU boykottiert, war aber ein großer Erfolg. -Jährliche Teilnahme am Tag der Selbstbefreiung der Häftlinge des KZ Buchenwald -Mitgliedschaft und aktive Beteiligung am Bündnis für Demokratie, Toleranz – gegen Rechtsextremismus. -Ermittlung und Sicherstellung von antifaschistischen Arbeiten, Dokumenten… für die Archive – Problem: die Fertigstellung des Stadtarchivs im Haus der Geschichte. Gibt es überhaupt noch eine Chance? Auseinandersetzung mit Neonazismus in Thüringen, bes. in Suhl Teilnahme an den Demos NOSÜGIDA. Bei SÜGIDA sind vorwiegend Neonazis am Werk. Tommy Frenk, BZH – Bündnis Zukunft Hildburghausen Yvonne Wieland, Bernardy – war der Stellv. Vors. AfD von Suhl, nazistische Hetzreden, die AfD trennte sich von ihm. Kriminalisierung von Ängsten von Menschen vor sozialem Abstieg. Es entwickelt sich ein Potential für eine Massenbewegung im Zeichen vom Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Deutschtümelei. Priorität hat auch hier der Antikommunismus – da hat sich sei t dem Manifest der Kommunistischen Partei, mit dem er entstanden ist, nichts geändert. Früher waren es die Juden, heute sind es die Islamisten, früher brannten Synagogen, heute Asylantenheime; früher wurden Bücher verbrannt, heute landen tausende von Büchern auf dem Müll. Das Feindbild ist hausgemacht. Die Dschihadisten und gewaltbereiten Islamisten wurden von den USA und ihren Verbündeten zu dem gemacht, was sie jetzt sind. Und nun? „Wir haben eine terroristische Gefahr mehr, die es zu bekämpfen gilt. Sagt die NATO. Eine Europaarmee muss her, denn „ der Hauptfeind ist Putin“, sagt die NATO. Europa steht wieder am Rande eines Krieges, und der würde der letzte sein, denn über allem schwebt die Atombombe. Aber zurück zu SÜGIDA und NOSÜGIDA: Wie weiter? Ludwig ELM: “Unbewältigte Hinterlassenschaften und erhebliche Kontinuitäten wirken bis in die Gegenwart und absehbare Zukunft fort. Sie bedürfen historischer Analysen als Lehrstücke im zeitgenössischen Kampf gegen die unverändert aggressiven und volksfeindlichen Wesenszüge des kapitalistischen Weltsystems und seiner Machtzentralen.“ Die Pegidabewegung ist nicht am Ende. Für uns heißt das: Entwicklung einer außerparlamentarischen Massenbewegung aller linken Kräfte. Die Nazis mit ihren eigenen Waffen schlagen . Rotfuchs vorletzte Ausgabe, Klaus Steiniger: „Wehret den Anfängen – ist zu spät Unsere Losung muss sein: Keinen Fußbreit den Faschisten“: Der Schwur von Buchenwald ist noch nicht erfüllt: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln Ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit Ist unser Ziel“.

Quellenverzeichnis: Gerd Kaiser: Auf Leben und Tod Ludwig Elm: Der deutsche Konservatismus Gerd Kaiser :Aufrecht und stark. Frauen und Männer von Suhl und Umgebung im Widerstand gegen Faschismus und Krieg Suhler Zeitzeugnisse. Stadtverwaltung 1997 Ludwig Elm: 1914 – 1932/33 – 1949 Parteien im Bündnis der deutschen Rechten Fakten zur Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung im Bezirk Suhl, BL Suhl der SED Suhl, den 19.

März 2015 Dagmar Schmidt Mitglied des Vorstandes der Basisgruppe Der VVN/BdA Südthüringen

die unrechte “ramelowsche” Betrachtung

http:// DDR – „Unrechtsregime“ Bildmontage: HF 19.03.15 DebatteDebatte, Sozialismusdebatte Anmerkungen 25 Jahre nach der ersten freien Volkskammerwahl Von Karl Wild

eine Kopie aus “www.scharf-links.de”; braucht keinen zusätzlichen Kommentar :-)

Der (gesamt-) deutsche Bundestag beging – am 18. März – das 25jährige Jubiläum der letzten Volkskammerwahl – ein halber Staatsakt, zugleich für unsere nun geeinten Abgeordneten die erste, „freie“ Wahl nach westlichem Demokratieverständnis. Das vielbeklagte „Unrechtsregime“ DDR ist, so könnte mensch glauben, nur anscheinend überwunden und wird somit in diversen Koalitionsverträgen, sei es in Brandenburg oder Thüringen, immer wieder neu eingefordert, damit kein Schlussstrich unter die „unmenschliche“ Geschichte der „Linken“ gezogen werden kann; Verdrängen oder Vergessen ist – so doch allgemein menschlich – weder damals noch heut nicht erlaubt. Im Gegensatz zum westlichen Demokratieverständnis war in der Verfassung der DDR die „führende Rolle“ der Partei der Arbeiterklasse festgeschrieben und dieses Kernstück der Auffassung des sog. Marxismus-Leninismus stand oder besser steht unvereinbar im Widerspruch zum bürgerlichen Politikmodell, zur Funktionsweise einer parlamentarischer Demokratie, von herrschendem Recht und Gesetz. Punkt. Heute hält nur noch ein Häuflein „standhafter“ KommunistInnen – „wahre Leninisten“ – unbeirrbar an „ihrem“ Staat DDR fest. Sie wollen immer noch führen, wohin auch immer. Schließlich hatten sie eine „überlegene“ Theorie und den Menschen Einsicht und „Erkenntnis“ voraus. Die historische „Mission der Arbeiterklasse“, zur Überwindung des Kapitalismus und zur Schaffung einer neuen, klassenlosen Gesellschaft, stand jedoch 1990, nach der Implusion des Systems Sozialismus zum 09. November, nicht mehr auf der Tagesordnung. Wer oder was hat sie 40 Jahre, der Lebensspanne der DDR, einst auf die Tagesordnung gesetzt? Die Meinungen darüber gehen auseinander, war doch die DDR ein Geschöpf der Teilung Deutschlands im Gefolge des 2. Weltkrieses, von sowjetischer Besatzung, Produkt der SED wie der Sowjetunion im beginnenden Kalten Krieg, kaum war der „heiße“ 1945 überwunden. Die Sieger der Geschichte bestimmen letztendlich über die Deutung der Realität, darüber, was Recht oder „Unrecht“ ist. Nach den „Urvätern“ Karl Marx und Friedrich Engels ist es die lohnabhängige Klasse, die die Fähigkeit hat, mit der Überwindung der Bourgeoisie jedwede Klassenspaltung der Gesellschaft zu überwinden und eine neu Form der „politischen Herrschaft“ zu begründen. Die Arbeiterklasse wurde in der DDR per befohlener „Mission“ von Oben zum Instrument der Partei, den „historischen Determinismus“ zu exekutieren. Damit war zur Volkskamerwahl 1990 Schluss und die Massen hatten und haben eine geneigte Abneigung sowohl gegen die „Partei“, die sich heute nicht mehr PDS, sondern die „Linke“nennt. Auf jeden Fall herrscht mancherorts immer noch Ratlosigkeit, sich zur eigenen Vergangenheit kritisch zu verhalten. Angekommen im Lager der „Demokraten“ und doch beleidigt, wenn dies gemäß dem neuem Zeitgeist „Neoliberalismus“ eingefordert wird. Heutzutage unterschreibt die Partei die Linke, um an die Regierung zu kommen, in Brandenburg wie in Thüringen die Formel vom „Unrechtsstaat DDR“ und wer diese Position nicht teilt, ist nicht mehr satisfaktionsfähig. Die ansonsten „totalitäre“ Gleichsetzung von NS-Diktatur und Honneckerstaat hat zumindest den Zweck, die weiter uneinsichtigen Linken historisch zu entsorgen und den konkreten Widerstand innerhalb der bürgerlichen Ordnung zu delegitimieren. Die Rede vom „Unrechtsstaat“, auch ein Indiz des bürgerlichen Antikommunismus, seit Thomas Mann als „Torheit des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet, diffamiert einseitig in dem einst herrschenden Ost-West-Systemgegensatz die längst verschiedene DDR und lenkt ab von den eigenen „braunen“ Flecken, von den demokratischen Kräften „hüben wie drüben“ so mühsam 70 Jahre lang bekämpft. https://projekt3kw.wordpress.com/2015/03/19/ddr-unrechtsregime/